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Die Vorgeschichte des NS-Dokumentationszentrums

Informationstafel am nördlichen Ehrentempel, Aufnahme von 2004 | Foto: LHM

Auf Initiative von Bürgerinnen und Bürgern 

Seit den 1980er Jahren aktivierten Bürgerinitiativen und Geschichtswerkstätten die städtische Erinnerungskultur. Sie regten Mahnmale an, verhalfen einzelnen Personen wie Georg Elser endlich zu später Ehre und traten für eine kritische Auseinandersetzung mit den Spuren der NS-Täterschaft im öffentlichen Raum ein.

Als 1988 ein staatlicher Wettbewerb zur Überbauung der Fundamente der NS-‚Ehrentempel‘ mit Museen ausgeschrieben wurde, regte der Stadtrat die Errichtung eines „Hauses der Zeitgeschichte" an. Wegen massiver öffentlicher Kritik an der Entsorgung der NS-Architektur wurde die Planung eingestellt.

In der Folgezeit intensivierten Bürgerinitiativen die Forderung nach einem offensiven Umgang mit diesem zentralen NS-Täterort Münchens. Kunstaktionen und Ausstellungen machten auf die Geschichte des Ortes aufmerksam. 1995 wurde erstmals eine Informationstafel vor dem Sockel des nördlichen Ehrentempels aufgestellt, die Hinweise auf die Funktion des Königsplatzes und der Gebäude im Parteiviertel während der NS-Zeit gibt.

Neubau am „Täterort”

Seit Beginn der 1990er Jahre hat München die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus mit Ausstellungen und Veranstaltungsprogrammen intensiviert. 2001/02 fasste der Stadtrat den Grundsatzbeschluss, ein NS-Dokumentationszentrum im Zentrum des ehemaligen Parteiviertels zu realisieren. Der Freistaat Bayern folgte mit seiner Entscheidung ein halbes Jahr später. Als der Bund 2008 zusagte, sich neben Stadt und Freistaat zu einem Drittel an den Investitionskosten zu beteiligen, war die Finanzierung des Projekts gesichert.

München stellte ab 2003 umfangreiche Mittel bereit, um das Projekt zu fördern. 2005 wurden drei vorbereitende und begleitende Gremien (Kuratorium, Wissenschaftlicher und Politischer Beirat) und eine wissenschaftliche Projektgruppe am Kulturreferat eingesetzt, um die geplanten Einrichtung vorzubereiten.

Als Standort für das NS-Dokumentationszentrum stellte der Freistaat Bayern Ende 2005 das Gelände des ehemaligen ‚Braunen Hauses‘ zur Verfügung. 2006 wurden die Kellerreste des ‚Braunen Hauses‘ freigelegt, dokumentiert und abgebrochen. Aus einem Architekturwettbewerb für die Gestaltung des NS-Dokumentationszentrums ging der Entwurf des Berliner Büros Georg Scheel Wetzel als Sieger hervor. Im Sommer 2011 begannen die Baumaßnahmen. Am 9. März 2013 wurde der Grundstein gelegt. Die Fertigstellung des Neubaus erfolgte 2014. Am 1. Mai 2015 öffnete das NS-Dokumentationszentrum München für Besucherinnen und Besucher.

> Chronologischer Überblick zur Projektgeschichte

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