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Nach 1945: Auseinandersetzung am historischen Ort

Das ‚Braune Haus‘ wurde 1945 bei einem Bombenangriff fast vollständig zerstört. Seine Überreste wurden 1947 abgetragen. Im selben Jahr wurden die von Bomben verschonten ‚Ehrentempel‘ auf Anordnung der alliierten Militärregierung gesprengt. Die Sockel blieben erhalten, wurden bepflanzt und verschwanden allmählich unter neuer Vegetation.

Die beiden Parteibauten erhielten im Laufe der Zeit eine kulturelle Umnutzung: Der ehemalige ‚Führerbau‘ beherbergt seit den fünfziger Jahren die Hochschule für Musik und Theater, der ‚Verwaltungsbau‘ ist Sitz mehrerer Kulturinstitute. Die Bedeutung des Gebiets rund um Brienner Straße und Königsplatz als einstiges repräsentatives Verwaltungszentrum und Kultstätte der nationalsozialistischen Partei geriet weitgehend in Vergessenheit.

1946 wurde nicht der Königsplatz, sondern das Rondell zwischen Brienner Straße und Maximiliansplatz zum „Platz der Opfer des Nationalsozialismus” und damit zum zentralen Erinnerungsort an die NS-Zeit in München bestimmt. Noch 1988 wurde am Königsplatz der Granitplattenbelag als eine der wenigen verbliebenen Spuren der NS-Zeit entfernt und die Fläche wieder begrünt.

Beharrliche Stimmen aus der Münchner Bürgerschaft forderten immer wieder einen offenen und kritischen Umgang mit der NS-Geschichte. Vor allem in den neunziger Jahren riefen Künstler und andere Engagierte die historische Bedeutung des Ortes mit temporären Aktionen in Erinnerung. 2001/02 fasste die Landeshauptstadt München den Grundsatzbeschluss, am Standort der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP einen Lern- und Erinnerungsort zu schaffen, um Münchens Rolle im Nationalsozialismus sichtbar zu machen und zu dokumentieren.

Mit der Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums im Mai 2015 hat der historische Ort eine neue Bestimmung erhalten: Als Haus der Information und Diskussion erinnert das Zentrum an die Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur und setzt sich mit ihren Ursachen, Ausprägungen und Folgen bis in die Gegenwart auseinander.

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