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Max Mannheimer – Namensgeber des Platzes vor dem NS-Dokumentationszentrum

Max Mannheimer bei einer gemeinsamen Lesung mit Iris Berben anlässlich der Veranstaltung „Lernen Erinnern“ des Fördervereins für das NS-Dokumentationszentrum München in den Münchner Kammerspielen, 6. Mai 2012 | Foto: Susanne Brill

Am 23. September 2016 starb der Holocaust-Überlebende und Zeitzeuge Max Mannheimer. Als dauerhaftes Andenken an ihn und als Verbeugung vor seinem einzigartigen gesellschaftlichen Engagement wurde der Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum am 6. Februar 2018 nach ihm benannt. An dem Tag wäre Max Mannheimer 98 Jahre alt geworden.

Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde Max Mannheimer in der NS-Zeit aus seiner mährischen Heimat in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Seine Eltern, seine Frau und drei seiner Geschwister wurden in Auschwitz ermordet. Zusammen mit seinem Bruder Edgar wurde Mannheimer zur Zwangsarbeit in die Dachauer KZ-Außenlager München-Allach und Mühldorf verschleppt. Ausgehungert und schwer krank überlebten die Brüder die Haft nur knapp. Nach Kriegsende lernte er in seiner mährischen Heimatstadt seine zweite Ehefrau, eine deutsche Widerstandskämpferin, kennen. Gemeinsam zogen sie nach München, hier arbeitete er als Kaufmann und engagierte sich in der jüdischen Gemeinde und in der Sozialdemokratischen Partei. Mannheimer setzte sich für viele wohltätige Organisationen ein und schuf unter dem Pseudonym „ben jakov“ ein beachtliches malerisches Werk. Seit den 1980er Jahren machte er sich den Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus zur Lebensaufgabe. Als Zeitzeuge berichtete er über seine Erfahrungen als Holocaust-Überlebender, dabei suchte er die persönliche Begegnung und den offenen Dialog vor allem auch mit jungen Menschen.

Am Straßenschild des Max-Mannheimer-Platzes informiert ein knapper Zusatz über Mannheimers Biografie:

Max Mannheimer (6. Februar 1920 – 23. September 2016), Kaufmann, Künstler, Holocaust-Überlebender, Präsident der Lagergemeinschaft Dachau, Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees, Mitinitiator des NS-Dokumentationszentrums

Mehr Informationen zu Max Mannheimers Leben und Wirken auf der > Webseite der KZ-Gedenkstätte Dachau