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Klanginstallation

Horchposten 1941 | я слышу войну
Deutsch-russische Klanginstallation

05|07| bis 15|07|2018

Ab dem 5. Juli 2018 stellt das NS-Dokumentationszentrum die interaktive russisch-deutsche Klanginstallation „Horchposten 1941 | я слышу войну“ aus. Das Audioprojekt thematisiert den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Im Zentrum der vielstimmigen Collage steht die Blockade Leningrads durch die Wehrmacht, in der in 900 Tagen ab September 1941 über eine Millionen Menschen durch Hunger, Kälte und Granaten starben. „Horchposten” befasst sich darüber hinaus mit dem weiteren Kriegsgeschehen und beschreibt das Leben, Kämpfen, Töten und Sterben der Menschen, Opfern wie Tätern, Soldaten wie Zivilisten. Die vertonten Texte wurden aus Tagebüchern, Briefen sowie politischen und militärischen Zeitdokumenten aus Deutschland und der Sowjetunion zusammengestellt.

Die Installation wird am Mittwoch, 4. Juli, um 19 Uhr im Auditorium des NS-Dokumentationszentrums München, Max-Mannheimer-Platz 1, eröffnet. Zur öffentlichen Vernissage berichten die beiden Autoren Jochen Langner und Andreas Westphalen über die Entstehung des mit vielen Partnern realisierten Dialogprojekts. Der Historiker Jörg Ganzenmüller von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erläutert den historischen Hintergrund des Themas.

Die interaktive russisch-deutsche Klanginstallation „Horchposten 1941 | я слышу войну“ bietet einen individuell erfahrbaren Erinnerungsraum zum deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, insbesondere der Belagerung Leningrads. Das Ziel ist es, den russischen und deutschen Besuchern nicht nur die Erfahrung der Kriegsgeneration des jeweils eigenen Landes zu präsentieren, sondern zugleich einen Perspektivwechsel zu ermöglichen, in dem sie auch den Blickwinkel des ehemaligen Feindes einnehmen können. Dadurch gibt die Installation die Gelegenheit zu einem dialogischen Erinnern, jenseits der typischen nationalen Blickwinkel.

„Horchposten 1941 | я слышу войну“ ist eine Produktion des Deutschlandfunks mit Radio Echo Moskau und dem Westdeutschen Rundfunk. Das Auswärtige Amt, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die ZEIT-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung Moskau und das Deutsch-Russische Forum haben das Projekt gefördert.

 

 

1 | Auszug aus dem Tagebuch von Lydia Osipowa vom 5. Oktober 1941. Lydia Osipowa lebte in Pushkin, in der Nähe von Leningrad. Im Verlauf des Krieges wurde dieser Ort von den Deutschen besetzt.

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2 | Auszug aus dem Roman „Mir selber seltsam fremd“ von Willy-Peter Reese. Er war ein deutscher Soldat (später verschollen), dessen unvollendeter Roman auf seinen eigenen Erlebnissen, Briefen und Tagebüchern basiert.

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