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„Du bist nicht ganz verlassen“. Eine Geschichte von Rettung und Widerstand im Nationalsozialismus

30.06.2020 | 19.00 Uhr
Online-Vortrag von Mark Roseman


In den frühen 1920er Jahren fand sich in Essen eine kleine Gruppe von Idealisten zusammen. Der „Bund – Gemeinschaft für sozialistisches Leben“ war auf der Suche nach einer Lebensweise, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen sollte. Doch mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten änderte sich die Agenda seiner Gründer: Sie arbeiteten gegen das Regime und wurden in der Hilfe für verfolgte Jüdinnen und Juden aktiv.

Mittels unveröffentlichter Aufzeichnungen, Fotos und Interviews mit früheren Mitgliedern erzählt der britische Historiker Mark Roseman die bislang weitgehend unbekannte Geschichte des „Bunds“. Er zeigt dabei auch auf, wie sehr unsere Vorstellung von der „Rettung“ von Juden ein Nachkriegsprodukt ist, geprägt von dem Bedürfnis, ein vereinfachtes Bild des rechtschaffenen Individuums zu kreieren. Roseman beschreibt eine Welt, die vielfach nicht zu unserer gängigen Vorstellung passt, und zeigt zudem, wie schwer es den Akteuren fiel, ihre eigenen Erlebnisse in der Nachkriegszeit zu bewerten. Vor allem aber wirft die Geschichte des „Bunds“ neues Licht darauf, was es bedeutete, in jener dunklen Zeit Hilfe zu leisten.

Mark Roseman ist Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Jewish Studies Program an der Indiana University in Bloomington/USA.


Mark Roseman: „Du bist nicht ganz verlassen“. Eine Geschichte von Rettung und Widerstand im Nationalsozialismus
ISBN: 978-3-421-04752-6
Erschienen am 09. März 2020
Hier online erhältlich


Veranstalter
NS-Dokumentationszentrum München