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Videoinstallation zum Internationalen Gedenktag
an die Opfer des Nationalsozialismus

26. Januar bis 28. März 2021

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2021 zeigt das NS-Dokumentationszentrum München am Max-Mannheimer-Platz eine Videoinstallation zu Heimrad Bäckers „nachschrift“. Die Videoinstallation ist von Dienstag, 26. Januar bis Sonntag, 28. März, ab Einbruch der Dunkelheit bis 21 Uhr an der Fassade zu sehen.

Die Projektion zitiert Passagen aus Bäckers Hauptwerk „nachschrift“, das aus seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust hervorgegangen ist (erstmals erschienen 1986, ergänzt und erweitert 1997 durch „nachschrift 2“). Beeinflusst von der Konkreten Poesie, verwebt er darin Zitate aus historischen Schriftquellen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik und des Holocaust zu einer dokumentarischen Dichtung ganz eigener Art: Textfragmente aus amtlichen Verlautbarungen, Befehlen, Beschlagnahme-, Deportations- und Exekutionslisten, Statistiken, Briefen und Aufzeichnungen von Tätern wie Opfern. Aus den ursprünglichen Kontexten genommen, montiert und arrangiert er diese neu.

„Es genügt, die Sprache der Täter und der Opfer zu zitieren. Es genügt, bei der Sprache zu bleiben, die in den Dokumenten aufbewahrt ist. Zusammenfall von Dokument und Entsetzen, Statistik und Grauen.“

so Heimrad Bäcker über seinen Umgang mit den historischen Texten. Poetisch verdichtet, wird das verwendete Sprachmaterial zu einer ebenso präzisen wie schonungslosen Dokumentation des Grauens.

Die Videoinstallation zeigt außerdem Fotografien Heimrad Bäckers aus den ehemaligen Konzentrationslagern Mauthausen und Gusen. Sie erweitert somit die pandemiebedingt vorübergehend geschlossene Ausstellung „Heimrad Bäcker. es kann sein, dass man uns nicht töten wird und uns erlauben wird, zu leben“ in den Außenraum.

Gestaltet wurde sie von der Agentur WE ARE VIDEO, von der außerdem die exklusiv für das Kunstareal entworfene Lichtaktion „Das Kunstareal verbindet“ stammt.


Foto: Connolly Weber
Foto: Connolly Weber
Foto: Connolly Weber
Foto: Connolly Weber

Die Textpassagen der Videoinstallation wurden zitiert nach:
Heimrad Bäcker. nachschrift, hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Friedrich Achleitner. Linz, Wien 1986, Seiten 7, 9, 11, 12 f., 20, 25, 27, 37, 111. Dort sind für die einzelnen Textpassagen folgende Quellen angegeben

7 | H. G. Adler, Theresienstadt 1941–1945. Tübingen 1960, LIV

9 | Aus: Widerstand und Verfolgung in Wien 1934–1945, Eine Dokumentation, hrsg. Vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. 3 Bände, Wien 1975, III/224. Bekanntgabe – „über behördlichen Auftrag“ – im Jüdischen Nachrichtenblatt, Ausgabe Wien, 3.3.1942

11 | Aus: Dokumente zur Geschichte der Frankfurter Juden 1933–1945, hrsg. Von der Komission zur Erforschung der Frankfurter Juden. Frankfurt 1963, 414

12 f. | Aus: Widerstand und Verfolgung in Wien 1934–1945, Eine Dokumentation, hrsg. Vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. 3 Bände, Wien 1975, III/504–519. Jedem Passus entspricht ein Tagesbericht der Gestapo Wien oder ein Gerichtsurteil.

20 | Widerstand und Verfolgung in Wien 1934–1945, Eine Dokumentation, hrsg. Vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. 3 Bände, Wien 1975, III/284 f. Aktenvermerk der Zentralstelle für jüdische Auswanderung vom 17.10.1939

25 | Nach Adalbert Rückerl, NS-Vernichtungslager im Spiegel deutscher Strafprozesse. München 1977, 98–101. Verwendet wurden die wiederkehrenden Formeln aus Görings Auftrag an Heydrich zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage (Schreiben vom 31.7.1941), der Einladungsschreiben Heydrichs an die Referatsleiter für Judenfragen (Ministerien, Parteistellen, Reichssicherheitshauptamt und Generalgouvernement) und des Protokolls der (1.) Wannseekonferenz. Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg 1947–1949 (42 Bände), III/309, 618, IX/575, Raoul Hilberg, Die Vernichtung der europäischen Juden. Die Gesamtgeschichte des Holocaust. Berlin 1982, 284 f. Vollständiges Protokoll in Leon Poliakov, Josef Wulf, Das Dritte Reich und die Juden, Dokumente und Aufsätze. Berlin-Grunewald 1955, 116–126

27 | Adalbert Rückerl, NS-Vernichtungslager im Spiegel deutscher Strafprozesse. München 1977, 116. Aus einem Brief Himmlers vom 23.1.1943 an den Staatsekretär im Reichsverkehrsministerium und Stellvertretenden Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Ganzenmüller

37 | Nach Hermann Langbein, Der Auschwitz-Prozeß. Eine Dokumentation. 2 Bände, Wien 1965, 570, 568, 569, 571

111 | Nach Hermann Langbein, Der Auschwitz-Prozeß. Eine Dokumentation. 2 Bände, Wien 1965, 163–211