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F. Zawrel - erbbiologisch und sozial minderwertig

Figurentheater, 03.05.2016

 

Der Vater ist Alkoholiker, die Mutter nicht fähig, die Familie zu ernähren. So wächst Friedrich Zawrel auf. Kinderjahre in Wien-Kaisermühlen, Zwangsräumung der elterlichen Wohnung, Heim, schließlich Spiegelgrund, jene „Kinderfachabteilung“ des Deutschen Reiches, in der „Euthanasie“-Morde an kranken und behinderten Kindern stattgefunden haben. Vom Anstaltsarzt Dr. Gross wird Zawrel als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ eingestuft und gequält. Mehrmals gelingt ihm die Flucht und er überlebt den Krieg.

 

Erst im Jahr 2000 kommt es nach vielen Bemühungen Zawrels zum Gerichtsverfahren gegen seinen ehemaligen Peiniger Gross. Das Verfahren wird allerdings aufgrund der angeblichen Demenz von Gross alsbald eingestellt: Der ehemalige Anstaltsarzt kann sich an nichts mehr erinnern.

 

Das Figurentheaterstück „F.Zawrel – Erbbiologisch und sozial minderwertig“ entstand in enger Zusammenarbeit mit Friedrich Zawrel selbst. Seine persönlichen Gespräche mit dem Puppenspieler Nikolaus Habjan und dem Regisseur Simon Meusburger dienten als Grundlage für dieses Projekt. Habjan schlüpft nicht nur in die Rolle von Zawrel, sondern auch in die des Arztes Gross und durchlebt in einzelnen Stationen diese Geschichte. Ein Stück österreichischer Vergangenheit, die bis in die Gegenwart hinein reicht. Die Inszenierung erhielt 2012 den Wiener Theaterpreis in der Kategorie Beste Off-Produktion.

 

 

Foto: NS-Dokumentationszentrum München/ Orla Connolly
Foto: NS-Dokumentationszentrum München/ Orla Connolly
Foto: NS-Dokumentationszentrum München/ Orla Connolly
Foto: NS-Dokumentationszentrum München/ Orla Connolly
Foto: NS-Dokumentationszentrum München/ Orla Connolly
Foto: NS-Dokumentationszentrum München/ Orla Connolly

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