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Aktuelle Sonderausstellung

Frauen bei schwerer Zwangsarbeit im Steinbruch des KZ Krakau-Plaszow | © Archiv des Instituts des Nationalen Gedenkens

Erinnerung bewahren. Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939–1945

14|09–29|10|2017

Mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht am 1. September 1939 wurde in Polen ein brutales Besatzungsregime errichtet. Die polnische Bevölkerung wurde zum „primitiven Arbeitsvolk“ im Dienst der deutschen „Herrenmenschen“ degradiert. Von 1939 bis 1945 mussten etwa drei Millionen Polinnen und Polen unter meist menschenverachtenden Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Die massenhafte Ausbeutung durch Zwangsarbeit ist eines der großen Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Opfer fanden nach dem Krieg dennoch kaum Beachtung. Erst spät rückte das Unrecht ins Blickfeld von Forschung und Öffentlichkeit. Die Ausstellung „Erinnerung bewahren – Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939–1945“ schildert das gesamte Ausmaß der deutschen Besatzungspolitik in Polen und das damit zusammenhängende System der Zwangsarbeit.

Thematisch gegliedert präsentiert die Ausstellung Zahlen und Fakten zur Herrschaft der deutschen Besatzer in Polen und zur Organisation der Zwangsarbeit. Sie liefert detaillierte Informationen zu den Konzentrations- und Straflagern, zur Vernichtung der jüdischen Bevölkerung, zu Aussiedlungs-und Germanisierungsaktionen und vielen weiteren Aspekten. Historische Dokumente über Schikanen, Strafen und Massenexekutionen zeugen von der Brutalität der Besatzer gegenüber der polnischen Bevölkerung.

Zahlreiche persönliche Dokumente wie Briefe und Fotografien bringen dem Ausstellungsbesucher das Schicksal der betroffenen Männer, Frauen und Kinder näher. So offenbart sich die menschliche Tragödie hinter dem System. Zu den erschütterndsten Zeugnissen gehören die Briefe jener, die nicht zurückkehrten, darunter Briefe von Kindern an ihre Eltern.

Für die Ausstellung wurden einzigartige Materialien aus privaten Beständen ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zusammengetragen sowie Dokumente aus dem Archiv der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung und weiteren Archiven in Deutschland und Polen aufbereitet. Die Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung und das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit haben die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München realisiert. Sie entstand aus dem Bewusstsein heraus, dass Deutsche und Polen für die Zukunft gemeinsam Verantwortung tragen. Die Ausstellung ist ein Beitrag beider Länder zur Aufklärung über die NS-Vergangenheit und zur Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen und ihren Auswirkungen.

Begleitend zur Ausstellung wird in Kooperation mit dem Generalkonsulat der Republik Polen in München und der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung ein Begleitprogramm aus Filmvorführungen, Zeitzeugengesprächen und Diskussionen konzipiert und umgesetzt:

 

Terminübersicht:

Mi 20|09|2017 Zeitzeugengespräch: Bogdan Bartnikowski – Erinnerungen hinter Stacheldraht

 

Do 28|09|2017 Filmvorführung und Diskussion: Der Alltag von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in München und Bayern

 

So 15|10|2017 Historischer Rundgang über das ehemalige Zwangsarbeiterlager Neuaubing

 

Do 19|10|2017 Filmvorführung und Gespräch: Pryvít Kiev! Auf den Spuren der NS-Zwangsarbeit

 

Mi 25|10|2017 Filmvorführung und Gespräch: Im Märkischen Sand – Nella Sabbia del Brandeburgo

 

Do 26|10|2017 Zeitzeugengespräch: Stanisław Zalewski – Unsere Jugendzeit

 

 

Jeden Dienstag, 17.30 Uhr: Offene Rundgänge durch die Sonderausstellung

> Download Flyer zum Begleitprogramm | PDF | 2,1 MB

> Download Auszug zum Begleitprogramm aus dem Programmheft 04/2017 | PDF | 2,8 MB

Baudienst-Straflager in Krakau, 1942–1944 | © Archiv des Instituts des Nationalen Gedenkens
Marianna Żołądek in einem Lager in Österreich, August 1943. Unter der Wolldecke hält sie ihren Sohn, der im Juli 1943 noch in Polen zur Welt kam. | © Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung
Karolina Sowińska, eine Zwangsarbeiterin der Vlinderco-Werke in Hildesheim, beschäftigt von Oktober 1943 bis April 1945 | © Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung
Arbeitskarte des italienischen Militärinternierten Martino Rivolta aus dem Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Neuaubing | © Privatbesitz
Außenansicht der leer stehenden Baracke 5 des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Neuaubing, Juli 2017 | © Jens Weber
Blick in die Ausstellung „Erinnerung bewahren“ | © Jens Weber
Blick in die Ausstellung „Erinnerung bewahren“ | © Jens Weber
Blick in die Ausstellung „Erinnerung bewahren“ | © Jens Weber
Blick in die Ausstellung „Erinnerung bewahren“ | © Jens Weber
 

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