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Aktuelle Pressemeldungen


Pressemeldung | 1. September 2021

Tell me about yesterday tomorrow. Ein Buch über die Zukunft der Vergangenheit

Vom 28. November 2019 bis 18. Oktober 2020 zeigte das NS-Dokumentationszentrum München in der Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“ zeitgenössische Kunstwerke von 46 internationalen Künstler*innen. Im Zentrum der Arbeiten stand die Auseinandersetzung mit der Deutung von Vergangenheit und deren Anknüpfung an unsere Gegenwart. Die Künstler*innen unterschiedlicher Generationen widmeten sich in ihren Arbeiten einer Vielzahl von Themen: dem Wiedererstarken von Nationalismus, Rassismus oder Antisemitismus, der gewaltvollen Ausbeutung von Mensch und Natur, den kulturellen wie politischen Auswirkungen von Krieg, Unterdrückung und Trauma sowie der Darstellung nationaler Mythen. Die Ausstellung wollte im Zusammenwirken von Kunst und Wissenschaft neue Räume für Erinnerungsdiskurse schaffen und Fragen nach der Relevanz von Erinnerung für die Zukunft diskutieren.

An diesen Diskursen und offenen Fragen knüpft die gleichnamige Publikation „Tell me about yesterday tomorrow“ an, die von dem künstlerischen Leiter der Ausstellung Nicolaus Schafhausen und der Direktorin des NS-Dokumentationszentrums Mirjam Zadoff herausgegeben wird. Die interdisziplinäre Autor*innenschaft aus den Bereichen Geschichte, Kunst, Philosophie, Journalismus, Lyrik, Gender und Urban Studies des Bandes beschäftigt sich mit der Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft. Inwiefern beeinflusst (Nicht-)Wissen um Vergangenes unseren Blick auf Gegenwärtiges und unsere Erzählungen von Zukünftigen? Die Ansätze und Themen reichen von biografischen Erfahrungen, über intergenerationellen Austausch, bis hin zur Diskussion aktueller gesellschaftlicher Phänomene. Sie setzen sich mit den komplexen Lebenswirklichkeiten in Geschichte und Gegenwart auseinander und lenken den Blick auf Verschiebungen politischer Hegemonien, die zu Ausgrenzung, Abwertung und Zerstörung führen. Explizit ist dabei eine internationale Perspektive gewählt, die zeigt, dass gesellschaftliche Polarisierungen und Radikalisierungen universelle Erscheinungsformen in einer global vernetzten Welt sind. Begleitet werden die Textbeiträge durch eine Dokumentation der Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum München und an assoziierten Orten.
 
Am 11. September 2021 um 19 Uhr findet im NS-Dokumentationszentrum München die Buchpräsentation statt. Die Herausgeber*innen, Nicolaus Schafhausen und Mirjam Zadoff, diskutieren die Publikation mit Dorothea Schöne (Leiterin des Kunsthauses Dahlem) und der Schriftstellerin Monika Rinck.

„Tell me about yesterday tomorrow“ erscheint im Hirmer Verlag als deutsche und englische Ausgabe. Mit Beiträgen von Monika Rinck, Philippe Sands, Dieter Lesage, Dirk Rupnow, Brenda Draney, Liam Gillick, Georg Diez, Nora Sternfeld, Dorothea Schöne, Andreas Huyssen & Doris Salcedo, Ismail Küppeli, Piotr Rypson und anderen.

336 Seiten, 60 Abbildungen in S/W
18,5 x 26,5 cm, Broschur
24,90€
ISBN: 978-3-7774-3542-8

Rezensionsexemplare sind bei der Pressestelle des NS-Dokumentationszentrums München unter presse.nsdoku (at) muenchen.de oder beim Hirmer Verlag erhältlich.

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Pressemeldung | 23. Juli 2021

Preis des NS-Dokumentationszentrums München geht an die Fondation du Camp des Milles – Mémoire et Éducation in Aix-en-Provence

Seit 2018 vergibt das NS-Dokumentationszentrum München alle zwei Jahre einen Preis an herausragende Publikationen, Aktivitäten und Projekte, die maßgeblich zur Aufklärung über den Nationalsozialismus, die vom NS-Regime begangenen Verbrechen sowie über Folgen und Weiterwirken der NS-Zeit beitragen. 2019/2020 geht der mit 8.000 Euro dotierte Preis an die Fondation du Camp des Milles – Mémoire et Éducation in Aix-en-Provence zu verleihen. Damit wird die herausragende Erinnerungsarbeit an der Gedenkstätte Site-Mémorial du Camp des Milles ausgezeichnet und ein Zeichen für die große Bedeutung der transnationalen Erinnerung in Europa in Zeiten eines zunehmenden Extremismus gesetzt.

Bei dem in der Nähe des südfranzösischen Aix-en-Provence gelegenen Camp des Milles handelt es sich um eine ehemalige Ziegelei, die von 1939 bis 1942 zuerst als Gefangenenlager und später als Deportationslager für die jüdische Bevölkerung genutzt wurde. Über 30 Jahre kämpfte eine Initiative darum, die Anlage vor der Zerstörung zu bewahren. 2012 wurde der Ort schließlich zur Gedenkstätte erklärt und ausgebaut. Das Lager „Les Milles“ steht exemplarisch für die komplexe Geschichte der Verbrechen der Deutschen im besetzten Frankreich und die Kollaboration und Mitverantwortung der Vichy-Regierung. Es handelt sich um einen Ort, an dem die spezifische Geschichte von Flucht, Migration und Deportation während des NS-Regimes besonders anschaulich erzählt wird.

Die Jury hebt in ihrer Begündung insbesondere die engagierte Bildungsarbeit der vergleichsweise jungen Einrichtung heraus. Die Site-Mémorial du Camp des Milles arbeitet aktiv mit jungen Menschen zusammen und sucht in der Auseinandersetzung mit der Geschichte immer auch die Anbindung an die Gegenwart. Wie lassen sich beispielsweise Mechanismen, die zum Hass führen, rechtzeitig erkennen und wie kann heute aktiv Widerstand gegen rechtsextreme, antisemitische und rassistische Tendenzen geleistet werden? Dabei wird großer Wert auf die Perspektiven junger Zielgruppen gelegt, etwa beim Sprechen über Antisemitismus mit muslimischen Jugendlichen. Andere Zielgruppen sind beispielsweise Polizist*innen und Richter*innen, die im Rahmen von Seminaren für Themen wie Rassismus und Antisemitismus sensibilisiert werden. Während des Corona-Lockdowns hat sich die Gedenkstätte zudem als sehr dynamisches Bildungszentrum erwiesen: Schulbesuche der „Les Milles“-Teams in Klassen, die pandemiebedingt nicht mehr reisen durften, digitale Fernlehrgänge für Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen, Lehrer*innen, etc. sowie die Bereitstellung von Ressourcen online.

Die Preisvergabe ist ein Signal für einen lebendigen Diskurs über die gemeinsame Geschichte und Erinnerung und eine Aufforderung zur transnationalen Zusammenarbeit europäischer Erinnerungsorte. Die Entscheidung der Jury bestärkt das NS-Dokumentationszentrum darin, sich angesichts einer wachsenden Tendenz nationalistischer Geschichtsvergessenheit mit historischen Einrichtungen anderer Länder solidarisch zu zeigen und sie zu unterstützen.

Der Preis des NS-Dokumentationszentrums München soll Alain Chouraqui, dem gesetzlichen Vertreter der Stiftung Camp des Milles – Mémoire et Éducation, im Rahmen einer Preisverleihung am 23.11.2021 stellvertretend überreicht werden. 

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Das Kunstwerk „The Blacklist / Die Schwarze Liste“ von Arnold Dreyblatt am Königsplatz | © NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber


Pressemeldung | 6. Mai 2021

„The Blacklist / Die Schwarze Liste" – Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennungen von 1933

Die Bücherverbrennungen

In der Nacht des 10. Mai 1933 marschierten in 22 deutschen Städten Zehntausende Menschen skandierend durch die Straßen, versammelten sich an zentralen öffentlichen Plätzen und verbrannten flankiert von Schaulustigen zu Scheiterhaufen aufgehäufte Bücher und Schriften. Es waren Werke von pazifistischen, jüdischen oder marxistischen Autor*innen, darunter berühmte Geistesgrößen wie Lion Feuchtwanger, Rosa Luxemburg oder Erich Maria Remarque. Die Aktionen gingen von der antisemitischen „Deutschen Studenten-schaft" aus. Sie fanden im Rahmen der „Aktion wider den undeutschen Geist" statt und bildeten den Auftakt zur systematischen Entfernung aller den Nationalsozialisten nicht genehmer Literatur aus Bibliotheken, Buchhandlungen und dem Literaturbetrieb. Bis in den Oktober 1933 hin-ein folgten weitere Aktionen; nachgewiesen sind insgesamt ca. 100 Bü-cherverbrennungen in 70 Städten. Neben den Studierenden als Haupt-organisatoren beteiligten sich auch andere Akteure, wie die Hitler-Jugend, SA- und SS-Gruppen oder der „Kampfbund für deutsche Kultur“. Die Verbrennungsexzesse wurden von Plünderungen, Razzien oder Zerstörungen von Privatwohnungen begleitet.

In München kam es zu zwei Bücherverbrennungen am 6. und am 10. Mai auf dem Königsplatz. Am 6. Mai 1933 veranstaltete die Hitlerjugend dort eine erste Bücherverbrennung. Emil Klein, der HJ-Geschäftsführer für München, und der damaligen Stadtschulrat Josef Bauer hielten auf den Stufen der staatlichen Gemäldesammlung  hetzerische Ansprachen. Am 10. Mai zogen, nach einer Kundgebung im Lichthof der LMU, Studieren-de der beiden großen Hochschulen sowie mit ihnen mehrere tausende Schaulustige in einem Fackelzug durch die Straßen zum Königsplatz. Hier sollen sich bis zu 70.000 Menschen versammelt haben. Neben dem Hauptorganisator, dem Studenten Karl Gegenbach, hielt auch der „Älteste der Deutschen Studenten“ und spätere SS-Oberführer Kurt Ellersiek eine Ansprache.

Die Bücherverbrennungen bildeten einen zentralen und symbolträchti-gen Teil der NSDAP-Machtdurchsetzung auf lokaler Ebene. Für die Schriftsteller*innen folgten Berufsverbote, sie gaben das Schreiben auf, gingen in den Untergrund oder mussten ins Ausland emigrieren; nicht wenige von ihnen wurden später ermordet. Viele ihrer Werke wurden nach und nach vergessen – manche blieben bis heute unbekannt. Das NS-Dokumentationszentrum München beherbergt als Dauerleihgabe der Universitätsbibliothek Augsburg einen Teil der „Bibliothek der verbrannten Bücher”, der Sammlung Georg P. Salzmanns, mit einer Auswahl von Ausgaben der im Mai 1933 verbrannten Bücher.


Mahnmal „The Blacklist / Die Schwarze Liste”

Der Stadtrat der Landeshauptstadt München beschloss 2016, im öffentlichen Raum an die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen von 1933 zu erinnern. Aus dem international ausgelobten Wettbewerb ging der Entwurf des Berliner Künstlers Arnold Dreyblatts als Gewinner hervor. Der Titel des 2021 realisierten Kunstwerks „The Blacklist / Die Schwarze Liste“ bezieht sich auf die „schwarzen Listen“ mit unerwünschter Literatur, die im Frühjahr 1933 von dem nationalsozialistischen Berliner Bibliothekar Wolfgang Herrmann erstellt wurden. An ihnen orientierten sich die Organisatoren der Bücherverbrennungen. Die Buchtitel auf der Mahnmal-Spirale umfassen die Publikationen von 310 Autor*innen, die vom NS-Regime und seinen Anhängern geächtet und verfemt wurden.

Die Jury lobte an Dreyblatts Entwurf, dass er die  geistige und kulturelle Leistung der Autor*innen in den Mittelpunkt stellt und nicht den Akt des Verbrennens und Vernichtens. Die Aussage des Kunstwerks sei mehrdimensional und wirke in die Gegenwart und Zukunft: Auf der einen Seite wird zu einer Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Ideologie angeregt, auf der anderen Seite zur Beschäftigung mit dem verfemten Kulturgut selbst.

Von jedem der 310 Autoren hat Arnold Dreyblatt die letzte Veröffentlichung bis einschließlich 1933 ausgewählt. Dieser Text soll ein „poetisches Fenster“ in eine verschwundene Welt öffnen und gleichzeitig auf deren aktive Zerstörung hinweisen. Ohne Interpunktion durchlaufend, enthüllen die Titel die politischen, wissenschaftlichen und literarischen Themen der Zeit – wobei die Wörter und Textfragmente aufeinanderprallen und neue assoziative Bedeutungen für unsere Gegenwart offenbaren. Die Spiralform verweist auf den Akt der Verbrennung, auf die Spirale aus Rauch und brennenden Papierseiten, die man auf den historischen Fotografien der Bücherverbrennungen sieht.

„The Blacklist / Die Schwarze Liste“ befindet sich zentral in der halbrun-den Fläche vor der Treppe der Staatlichen Antikensammlungen am historischen Ort der Bücherverbrennung. Sie fügt sich in die architektonische Symmetrie des historischen Königsplatzes und der umgebenden Topo-graphie ein. Eine Gedenktafel verweist auf die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen und das Kunstwerk sowie auf die Website des NS-Dokumentationszentrums, auf der ergänzende Informationen – unter anderem auch die vollständige Liste der verwendeten Buchtitel und Autor*innen – zu finden sind (www.buecherverbrennung-muenchen.de). Das begehbare Kunstwerk besteht aus zwei eingefärbten, 20 cm dicken Stahlbetonplatten, die ebenerdig auf einem Fundament befestigt sind. Das kreisrunde Kunstwerk hat einen Durchmesser von 8 m und enthält eine Textspirale aus ca. 9.600 Buchstaben, die 5 cm hoch, jeweils 3 mm tief in diese Bodenplatte eingelassen sind. Das Kunstwerk wurde von der Firma Hemmerlein Ingenieurbau GmbH angefertigt und aufgestellt.

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Erinnerungsort „Ehem. Zwangsarbeitslager Neuaubing”, Außenansicht von Baracke 5, 2017 | Foto: Connolly Weber


Pressemeldung | 18. März 2021

Bund fördert Dependance des NS-Dokumentationszentrums München

Der Erinnerungsort „Ehemaliges Zwangsarbeitslager Neuaubing” erhält für die Einrichtung einer Dependance des NS-Dokumentationszentrums vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus 2021” eine Förderung in der Höhe von 1,66 Millionen Euro. Das Programm unterstützt investive und konzeptionelle Vorhaben mit besonderer nationaler bzw. internationaler Wahrnehmbarkeit, mit hoher baukultureller Qualität sowie Projekte mit hohem Innovationspotenzial. Insgesamt 98 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland hatten sich um die Förderung beworben.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Mit der Dependance des NS-Dokumentationszentrums im ehemaligen Zwangsarbeiterlager Neuaubing erinnern wir an die über 150.000 Zwangsarbeiter*innen, die während des Zweiten Weltkriegs im Stadtgebiet von München zwangsweise eingesetzt waren. Am Gesamtkonzept des künftigen Ausstellungsortes beeindruckt mich besonders, dass es unter dem Zeichen der Begegnung steht: die aktuellen, lebendigen Nutzungen sollen erhalten bleiben und zugleich kommt ein Ausstellungsraum hinzu, der die Erinnerung wach hält.” In der Ehrenbürgstraße 9, im westlichen Münchner Stadtteil Neuaubing, existieren acht Baracken eines ehemaligen NS-Zwangsarbeiter*innenlagers, in dem während der NS-Zeit zwischen 500 und 1.000 ausländische Zwangsarbeiter*innen untergebracht waren. Sie arbeiteten für das nahe gelegene Ausbesserungswerk der Reichsbahn. Als einziges noch erhaltenes Lagerensemble dieser Art im süddeutschen Raum steht das gesamte Areal unter Ensembleschutz. Alle Baracken, die bauzeitlichen Zaunreste sowie zwei Kleinbunker sind außerdem als Einzeldenkmäler ausgewiesen. Aktuell zeichnet sich das Gelände durch seine besondere, seit Jahrzehnten gewachsene soziokulturelle Vielfalt aus. Die Baracken werden von Künstler*innen, Handwerker*innen einer privaten Kindertagesstätte sowie einer Kinder- und Jugendfarm genutzt.

Seit 2015 ist das Areal im Eigentum der Stadt München und liegt im Sanierungsgebiet Aubing-Neuaubing-Westkreuz.Die Gesamtkoordination liegt bei der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS). Nach der bereits erfolgten Umsetzung erster baulicher Sicherungsmaßnahmen durch die GWG München im Auftrag des Kommunalreferates soll das Gelände in den nächsten Jahren denkmal- und naturschutzgerecht saniert und weiterentwickelt werden. Die aktuellen Nutzungen werden erhalten und um eine Dependance des NS-Dokumentationszentrums ergänzt. Dabei soll ein öffentlicher Raum für Geschichte, Kunst, Handwerk und Begegnung entstehen. Das hierfür zu entwickelnde planerische Gesamtkonzept wird die Vernetzung mit der Umgebung und die Einbindung in die übergeordnete Grünbeziehung berücksichtigen. Hierfür wird in diesem Jahr – unterstützt aus Mitteln der Städtebauförderung – ein Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Die Einrichtung von Ausstellungs- und Vermittlungsräumen für das NS-Dokumentationszentrum, die Gegenstand der Bundesförderung ist, bildet den ersten Bauabschnitt im Rahmen der Gesamtsanierung des Areals. Die Räume werden sich in zwei der acht Baracken auf zirka 700 Quadratmetern erstrecken.

Kulturreferent Anton Biebl: „Mit dieser Dependancewird eine Lücke in der lokalen Erinnerungslandschaft geschlossen. Wir werden neue Wege der Erinnerungskultur beschreiten. In unseren Planungen setzen wir auf eine geteilte Nutzung des Geländes. Kunst, Handwerk und Geschichtsvermittlung werden hier ihren gemeinsamen Platz haben.”

Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums: „Viele Münchner Betriebe, kleine wie große, haben von der fast immer unbezahlten Arbeitsleistung zehntausender Zwangsarbeiter*innen profitiert. In Neuaubing wird ein Erinnerungsort entstehen, der sich ihrer Geschichte widmet, und Fragen aufwirft über Kontinuitäten der Ausbeutung. Wir wollen einen Ausstellungsraum entwickeln, der sich in die Nachbarschaft der aktuellen Nutzung durch Künstler*innen, Kinderund Jugendliche einfügt und den heute lebendigen Ort sensibel mit seiner gewaltvollen Vergangenheit in Verbindung setzt.”

Stadtbaurätin Professorin Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk, die sich gemeinsam mit den Vertreter*innen des Kommunalreferats und des Kulturreferats für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Ortes einsetzt, betont: „Einmal mehr erweist sich die Stadtsanierung als wichtiger Motor für verantwortungsvolle Stadtentwicklung.”


Fassadenprojektion am NS-Dokumentationszentrum München zur „nachschrift“ von Heimrad Bäcker, Februar 2021 | Foto: Connolly Weber


Pressemeldung | 24. Februar 2021

Jahresvorschau 2021: Erinnerung in Zeiten der Pandemie

Das NS-Dokumentationszentrum wird 2021 ein spannendes und vielfältiges Programm umsetzen, das sich sowohl inhaltlich wie organisatorisch an der Realität der Pandemie orientiert. Im Zentrum stehen die Themen Zeitzeugenschaft, der Umgang mit historischen Orten sowie Kommunikation im öffentlichen Raum; in Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekten werden sie unter verschiedenen Aspekten, sowohl digital wie analog beleuchtet. In Streamings, Podcasts, Webinaren und einer partizipativen Geschichts-App erweitert das NS-Dokumentationszentrum seine digitalen Angebote. Das in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelte Format der Ausstellungs- und Kunstinterventionen wird fortgeführt – sowohl in der historischen Dauerausstellung als auch im öffentlichen Raum. Für den Sommer ist mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung und gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartner*innen ein „Kriseninterventionsprogramm” geplant, das die aktuelle Situation mit historischen Erfahrungen und Zukunftsvisionen in Verbindung setzt.

Themenschwerpunkte
Zeitzeugenschaft, vergessene Orte, Kommunikation im öffentlichen Raum

Ausstellungen
Bis 06.06.2021
Heimrad Bäcker. es kann sein, dass man uns nicht töten wird und uns erlauben wird, zu leben

24.06. bis 14.11.2021
Ende der Zeitzeugenschaft?

30.09.2021 bis 09.01.2022
On Tyranny. Zwanzig Lektionen für den Widerstand | mit Nora Krug und Timothy Snyder

01.12.2021 bis 27.02.2022
John Heartfield. Fotografie plus Dynamit

Vorschau 2022
25.03. bis 9.10.2022
TO BE SEEN. queer lives 1920–1950


Digitale Projekte

- Web-App „Departure Neuaubing – European Histories of Forced Labor“
- Podcast-Reihen „History is not the Past“ und „Münchner Zeitgeschichten“
- Relaunch Website, Online-Lexikon, Online-Magazin


Veranstaltungen und weitere Projekte
- Erinnerung in Zeiten der Pandemie. Ein Kriseninterventionsprogramm
- Always remember. Never forget: Ein Tanz- und Filmprojekt zur Erinnerung im öffentlichen Raum
- „Die Schwarze Liste“ – Mahnmal Bücherverbrennung

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Pressemeldung | 13. Juli 2020

Künstlerische Intervention zum NSU-Prozess von Sebastian Jung

Von 2013 bis 2017 hat vor dem Oberlandesgericht München das Hauptverfahren gegen die fünf Angeklagten im Zusammenhang mit den Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) stattgefunden. Vor einigen Wochen wurde das mehr als 3.000 Seiten umfassende Urteil in dem nun in erster Instanz abgeschlossenen Strafprozess vorgelegt. Trotzdem sind viele Fragen zum NSU-Komplex nach wie vor unbeantwortet.

Der Künstler Sebstian Jung begleitete das Verfahren gegen den NSU vor dem Oberlandesgericht München mit Bleistift und Zeichenblock. Seine Skizzen zeigen den Blick des Beobachters, im Fokus stehen der Richter Manfred Götzl, die Bundesanwaltschaft, die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre Mitangeklagten. Das anfängliche große Medieninteresse flaute über die zahlreichen, zähen Verhandlungstage hinweg deutlich ab und zeitweise erschienen Fragen nach Kleidung und Frisur der Hauptangeklagten präsenter als die Verstrickungen von Polizei und Verfassungsschutz in den NSU Komplex.

Aus seinen im Gerichtssaal angefertigten Zeichnungen zum Prozessgeschehen hat Sebastian Jung ein 2 mal 4 Meter großes Holzrelief für die Fassade des Strafjustizzentrums München geschaffen. Das Kunstwerk thematisiert die Leerstellen und unbeantworteten Fragen, die der Prozess hinterlassen hat. In der Mitte des Reliefs befindet sich eine große Leerstelle – sie markiert den Ort, an dem sonst die Zeug*innen befragt werden. Jung verweist dabei auch auf die Undarstellbarkeit der Verbrechen und das Unbegreifliche der ihnen zugrunde liegenden Motive. Das Kunstwerk macht den Außenraum zum neuen Austragungsort und fordert damit zu einer dringend notwendigen öffentlichen Weiterbeschäftigung auf. Darüber hinaus regt die Arbeit ein Nachdenken über die noch nicht absehbaren, langfristigen politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des NSU-Komplexes an.

Die Intervention an der Fassade sowie weitere Zeichnungen im Innenraum des Strafjustizzentrum sind Teil der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten aktuellen Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow” des NS-Dokumentationszentrums München, ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt zur zeitgenössischen Kunst, angesiedelt zwischen Kunst, Wissenschaft, Erinnerungsarbeit, Bildung und Kultur. Mehr als 40 internationale Künstlerinnen und Künstler befassen sich in ihren Werken mit der Deutung von Vergangenheit und deren Anknüpfungen an unsere Gegenwart. Viele der gezeigten Werke sind neue Arbeiten, die sich mit aktuellen Themen beschäftigen. So auch Sebastian Jungs Zeichnungen, die seine Beobachtungen von Besucher*innen in den KZ-Gedenkstätten Dachau und Buchenwald, von Großdemonstrationen „besorgter Bürger“ 2018 in Chemnitz und von dem Tätervideo des rechtsextremen Anschlags in Halle am 9. Oktober 2019 zeigen.

Sebastian Jung interessiert sich für die emotionale Mobilisierung von Massen, getragen von einer politischen Rhetorik, die allzu simple Feindbilder schürt. Er porträtiert weniger die individuellen Personen, die er in verzerrter oder überzogener Weise darstellt, sondern möchte deren Emotionen vermitteln, die ihm in der Situation begegnet sind. Jüngst hat sich Sebastian Jung in seiner Online-Buchpublikation „Europa Eiswetter“ (eiswetter.eu) mit den aktuellen Ereignissen im Umfeld der Corona-Pandemie beschäftigt.

Sebastian Jung (geboren 1987 in Jena) ist in Winzerla aufgewachsen, jener zu Jena gehörenden Plattenbausiedlung, die als Ausgangspunkt der Radikalisierung der drei NSU-Mitglieder bekannt wurde. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

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Pressemeldung | 4. Juni 2020

Digitale Assembly: History is not the Past

Ab 18. Juni 2020

Im Rahmen der Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“ findet unter dem Titel „Assembly“ ein vielstimmiges Programm statt, das im Juni 2020 als digitales Angebot realisiert wird und dessen Fortsetzung für Sommer 2021 als öffentliches Programm auf dem Vorplatz des NS-Dokumentationszentrums geplant ist.
 
Im Fokus des Programms steht die Relevanz von Erinnerung für den Status der Demokratie. Das Gedenken an die Katastrophe von Krieg, Holocaust und nationalsozialistischer Diktatur, die Verantwortung aus der historischen Erfahrung, aber auch die Freiheit und Sicherheit, die seit 1945 erreicht wurden, prägen das demokratische Selbstverständnis in Deutschland, Europa und der Welt. Die wachsende zeitliche Distanz zur NS-Geschichte und die Realität einer Migrationsgesellschaft erfordern neue Formen des Erinnerns, die die Bevölkerung in ihrer Pluralität hinsichtlich Alter, Herkunft und Erfahrungen einbezieht. Zugleich zeichnen sich neue Bedrohungen für die Beständigkeit der Demokratie ab, angefacht durch Politiken der Ausgrenzung und des Hasses sowie Forderungen nach dem Ende der Erinnerung.
 
Als Leitmotiv der „Assembly“ dient ein Zitat von James Baldwin „History is not the past. It is the present. We carry our history with us. We are our history.” Es beschreibt, wie Deutungen von Geschichte instrumentalisiert werden können, um Menschen zu trennen und auszugrenzen. Erinnerung, in ihrer Vielstimmigkeit, hat aber gleichsam das Potenzial Brücken zu bauen, sowie Zugehörigkeiten und Identitäten jenseits nationaler Grenzen zu schaffen.
 
Podcastreihe
Im Zentrum der digitalen „Assembly“ im Juni diesen Jahres entsteht die Podcastreihe „History is not the Past“, die Beiträge und Diskussionen von Wissenschaftler*innen, Journalist*innen, Kurator*innen, Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Musiker*innen über Gegenwartsfragen und Zukunftsszenarien im Spannungsfeld von Geschichte, Gesellschaft und Kultur versammelt. Für die künftige Gestaltung der Gesellschaft ist der Blick in die Vergangenheit unerlässlich, denn ohne Erinnerung verlieren wir unsere Zukunft.

Beitragende sind: Michael Brenner, Niels Beintker, Magnus Brechtken, Roger Cohen, Max Czollek, Georg Diez, Clémentine Deliss, Lena Gorelik, Kübra Gümüşay, Christine Hamel, Florian Hartleb, Dota Kehr, Leon Kahane und Fabian Bechtle, Ken Lum und Paul Farber, Michaela Melián, Michaela Meise, Armin Nassehi, Luisa Neubauer, Doron Rabinovici, Willem de Rooij, Stefanie Schüler-Springorum, Maya Shenfeld, Sahana Udupa, Charlotte Wiedemann, Christiane Wolf, Sonja Zekri und weitere.
Konzept: Juliane Bischoff, Nicolaus Schafhausen, Mirjam Zadoff

Zwischen 18. und 28. Juni 2020 erscheint täglich eine neue Podcastfolge, die über die Webseite des NS-Dokumentationszentrums sowie gängige Podcastplattformen abrufbar sein wird.
 
Weitere Onlineformate
Neben der Podcastreihe werden weitere Online-Beiträge auf der Webseite und den Social Media-Kanälen des NS-Dokumentationszentrums angeboten, darunter am 18. Juni ein Zoom Gespräch zwischen Khalil Muhammad und Mirjam Zadoff (in Kooperatoin mit dem Amerikahaus München und der Bayerischen Amerika-Akademie), eine Schreibwerkstatt mit der Schriftstellerin Lena Gorelik am 22., 23. und 25. Juni, eine Zoom-Live-Performance des Theaterstücks „Haram“ in Kooperation mit der Schauburg München am 29. Juni, sowie die Online-Publikation "Europa Eiswetter" (ab 10. Juni unter www.eiswetter.eu) des Künstlers Sebastian Jung.
 
Ausstellungseröffnungen im Rahmen von „Tell me about yesterday tomorrow“
Eine assoziierte Ausstellung im Zentralinstitut für Kunstgeschichte widmet sich vom 2. Juni bis 29. Juli Leben und Werk des Künstlers Harald Pickert (1901-1983), der sechs Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern überlebte. Basierend auf seinen Beobachtungen des NSU-Prozesses am Münchner Oberlandesgericht (OLG) gestaltete der Künstler Sebastian Jung ein Relief, das an der Fassade des OLG angebracht und Ende Juni 2020 der Öffentlichkeit übergeben wird.
 
Ausblick auf 2021
Im Sommer 2021 wird die „Assembly“ als Programm im öffentlichen Raum fortgesetzt. Der Vorplatz des NS-Dokumentationszentrums wird dafür zur Plattform für Diskurs, Performance, musikalische und filmische Beiträge. Eigens für das Programm entsteht eine Architektur im Außenraum, die als Bühne, Diskussionsforum und Aufenthaltsort dient.

Die digitale "Assembly" findet in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildungsarbeit statt. "Tell me about yesterday tomorrow" wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Das Projekt ist Teil des Kulturprogramms von Kanadas Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2020. Es wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada.

www.yesterdaytomorrow.nsdoku.de/assembly
#yesterday2morrow

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Eröffnung der Ausstellung "Tell me about y̶̶e̶̶s̶̶t̶̶e̶̶r̶̶d̶̶a̶̶y̶ tomorrow" am 27.11.2019 | Foto: Orla Connolly


Pressemeldung | 2. Januar 2020

Anstieg der Besucherzahlen im NS-Dokumentationszentrum: 190.000 Besucher*innen in 2019.

Das NS-Dokumentationszentrum München freut sich über einen enormen Anstieg der Besucherzahlen. Im vergangenen Jahr kamen fast 190.000 Besucher*innen in die Ausstellungen und Veranstaltungen am Max-Mannheimer-Platz. Damit wurde der Erfolg des Eröffnungsjahr 2015 mit ca. 180.000 Besucher*innen erreicht, nachdem die Zahlen 2016 bei ca. 95.000, 2017 bei ca. 100.000 , 2018 bei 120.000 lagen.

Die gesteigerten Besucherzahlen gehen zum einen auf den seit April 2019 gewährten freien Eintritt zurück, zum anderen auf die inhaltliche Ausrichtung der Ausstellungen, Projekte und das umfangreiche Begleitprogramm. Sie richten sich ganz gezielt an unterschiedliche Teile der Stadtgesellschaft und an ein internationales Publikum. Die Aktion Freier Eintritt läuft zunächst weiter bis April 2020 und ermöglicht es allen Interessierten, die vielfältige Dauerausstellung ebenso wie die ambitionierten Wechselausstellungen mehrfach und in Ruhe zu besuchen.

Ein Haus mit offenen Türen wollte Direktorin Mirjam Zadoff schaffen, als sie 2018 nach München kam. Seitdem ist das NS-Dokumentationszentrum nicht nur für sein treues Stammpublikum sondern auch für jüngere Kunst- und Kulturinteressierte ein Anziehungspunkt geworden. Kooperationen mit dem Amerikahaus, dem Literaturhaus, dem Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, mit Filmfestivals und Universitäten brachten 2019 eine Vielzahl von Themen und national wie international bekannte Referent*innen ans Haus. Dazu Mirjam Zadoff: „Es geht bei unserer Arbeit um die Geschichte, die Vergangenheit der deutschen Diktatur, und die Verbrechen, die in ihrem Namen begangen wurden: um Flucht, Krieg, Genozid. Und zugleich muss es auch immer um die Gegenwart gehen, in der wir neue Plattformen schaffen wollen für alle jene, die sich einsetzen für die liberale Demokratie, für eine inklusive und solidarische Gesellschaft, die es mit all der uns zur Verfügung stehenden Kraft und Kreativität zu schützen gilt.“

200 Schüler*innen der Städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung erarbeiteten für die Ausstellung "Nicht Schwarzweiß" eine Intervention in der Dauerausstellung, in der sie ihre eigenen Erfahrungen von Flucht, Ausgrenzung und Migration einfließen ließen. Diese Ausstellung ist aktuell in der Versöhnungskirche in Dachau zu sehen. Die Ausstellung „The Fifth Season“ der israelischen Künstlerin Ronit Agassi brachte zum ersten mal Gegenwartskunst in das NS-Dokumentationszentrum. Antisemitismus und Rassismus von den 1920er Jahren bis heute waren Thema der Ausstellung „Die Stadt ohne. Juden Ausländer Muslime Flüchtlinge", die in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Augsburg-Schwaben entstand und aktuell im Augsburger TIM zu sehen ist. Zum Gedenken an den 9. November beschäftigten sich Studierende des Lehrstuhls von Michael Brenner an der Ludwig-Maximilians-Universität mit dem Thema "Antisemitismus in München 1919-1923". Die daraus entstandene Plakatausstellung wurde unter dem Titel "Wo es begann" im öffentlichen Raum präsentiert.

Am Eröffnungsabend der Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“ freute sich das Haus über beinahe 1000 Besucher*innen. Die Ausstellung mit über 40 zeitgenössischen Arbeiten internationaler Künstler*innen läuft aktuell sehr erfolgreich. Die künstlerischen Arbeiten verstehen sich als Kommentar oder Fußnote zur Dauerausstellung, und bringen Kunst und Wissenschaft in noch nie dargestellter Weise in Dialog. Themen sind die deutsche Erinnerungskultur- und politik, aber auch internationale Formen der Erinnerung. Marginalisierte Gruppen, deren Geschichten keinen Eingang in nationale Mythen genommen haben, orientieren sich dabei an deutschen Erinnerungsdiskursen. Einzelne Kunstwerke wurden bewusst an assoziierten Orten in der Stadt platziert, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen – so findet sich die faszinierende Ausstellung „The Steeple and The People“ von Ydessa Hendeles in der Basilika der Abtei St. Bonifaz, andere Arbeiten werden auf dem Lenbachplatz oder vor den baulichen Resten des sogenannten Ehrentempels an der Arcisstrasse gezeigt.

Auch im Bereich der Vermittlungsarbeit zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres deutlich, dass das Programm des NS-Dokumentationszentrums München auf wachsendes Interesse stößt. Über 2.000 Jugend- und Erwachsenengruppen besuchten das Haus und nahmen an Rundgängen, Workshops und Seminaren sowie Fortbildungen für Multiplikator*innen, Lesungen, performativen Projekten oder Schreibwerkstätten teil. Die Nachfrage ist so groß, dass längst nicht alle Anfragen im Bereich der Vermittlungsarbeit abgedeckt werden können.





Pressemeldung | 2. August 2019

Großes Interesse am NS-Dokumentationszentrum München: Bereits 100.000 Besucher*innen in 2019

Das NS-Dokumentationszentrum München freut sich über 100.000 Besucher*innen im Jahr 2019. Nach nur sieben Monaten hat das Haus damit bereits fast die Besucherzahl des gesamten Jahres 2018 erreicht. Besonders die Monate Mai und Juli waren mit je über 20.000 Besucherinnen und Besuchern hoch frequentiert. Dieser erfreuliche Zuspruch zeigt nicht nur, dass die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen nach wie vor ein wichtiges Thema ist. Es beweist auch, dass sich unter der neuen Direktorin Mirjam Zadoff, die seit gut einem Jahr das NS-Dokumentationszentrum am Münchner Königsplatz leitet, das Haus für neue Besuchergruppen geöffnet hat. Neben interessierten Einzelbesucher*innen aus München und der Umgebung sowie Tourist*innen aus dem In- und Ausland kamen in diesem Jahr zahlreiche Besuchergruppen wie Glaubensgemeinschaften, Parteien, Bundeswehrgruppen, migrantische Kulturvereine, Integrationskurse und internationale Jugendgruppen.

Das diesjährige Programm des NS-Dokumentationszentrums ist äußerst facettenreich und erreicht damit ein breites Publikum. Sehr gute Resonanz hatte die Ausstellung „Nicht Schwarzweiß“ von Februar bis Mai, eine Intervention in die Dauerausstellung. 200 Schüler*innen der Städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung präsentierten auf Holz, Glas, Schildern und anderen Werkstoffen ihre Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte und gegenwärtigen gesellschaftspolitischen oder ganz persönlichen Fragestellungen. Die ebenfalls gewachsenen Besucherzahlen der mehr als 60 Abendveranstaltungen bestätigen das neue Programmkonzept des Hauses, das sich verstärkt internationalen, aktuellen und politischen Fragestellungen widmet. Publikumsmagneten waren unter anderem der australische Historiker Christopher Clark, der New York Times Journalist Roger Cohen und Ibram X. Kendi, der Autor von „Gebrandmarkt. Die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika“. Besonders erfreulich ist auch die enorme Nachfrage nach den Bildungsangeboten des NS-Dokumentationszentrums, die teilweise kaum gedeckt werden kann. Seit Jahresbeginn wurden bereits 1.300 Rundgänge für Jugend- und Erwachsenengruppen durchgeführt. Die jüngsten Besucher*innen sind im Grundschulalter: Im Rahmen einer auf sie zugeschnittenen Kinderbuchlesung werden Jungen und Mädchen behutsam an die Themen Ausgrenzung und Menschenrechte herangeführt. Bereits 23 Grundschulklassen haben dieses Angebot in diesem Jahr bereits wahrgenommen.

Seit dem 26. April gewährt das NS-Dokumentationszentrum München freien Eintritt, die Aktion läuft zunächst bis April 2020. Die persönlichen, schriftlichen und mündlichen Rückmeldungen dazu, sei es im Gästebuch oder in den sozialen Netzwerke, sind äußerst positiv. Die deutlich steigenden Besucherzahlen zeigen, dass sich das NS-Dokumentationszentrum auf dem richtigen Weg befindet, Barrieren abzubauen und sich als offenes Haus für alle zu etablieren.




Pressemeldung | 5. Juli 2019

NS-Dokumentationszentrum München: freier Eintritt bis April 2020

Für das NS-Dokumentationszentrum München gilt bis April 2020: Eintritt frei! Mit dem Angebot wird zunächst in einer Testphase allen Personen kostenlos Zugang zu den Inhalten und Angeboten des NS-Dokumentationszentrums ermöglicht. Das NS-Dokumentationszentrum klärt über die nationalsozialistische Vergangenheit, aber auch über ausgrenzende und diskriminierende Tendenzen in unserer heutigen Gesellschaft auf. Die Erprobungsphase dient der Evaluierung der Besucherzahlen und der Auswirkungen auf den Haushalt, um den Stadtrat anschließend nochmals mit der Thematik des dauerhaften freien Eintritts zu befassen. Über die Testphase hat der Kulturausschuss des Münchner Stadtrats in seiner Sitzung am 4. Juli vorbehaltlich der Zustimmung durch die Vollversammlung entschieden. 

Bereits zu Gründungszeiten wurde ein kostenloser Eintritt für alle Besuchergruppen diskutiert. Kulturreferent Anton Biebl greift diese Forderung zu seinem Amtsantritt nun erneut auf: „Wenn wir unsere Demokratie bewahren, stärken und schützen wollen, brauchen wir Orte, Foren und lebendige und zeitgemäße Erinnerungsformen, die informieren und aufzeigen, wohin Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass führen, und die allen zugänglich sein müssen." 

Die Direktorin des NS-Dokumentationszentrums Mirjam Zadoff lobt den Vorstoß: „Mit dem freien Eintritt setzt die Stadt München ein deutliches Zeichen: Geld sollte keine Hürde sein, um sich mit der Geschichte unserer Stadt und unseres Landes auseinanderzusetzen.”

Bisher gilt im NS-Dokumentationszentrum München eine Regelung zum freien Eintritt  für Personen unter 18 Jahren sowie ein regulärer Ticketpreis von 5 Euro für Erwachsene. Zu besonderen Anlässen hat das NS-Dokumentationszentrum in den vergangenen Jahren immer wieder freien Eintritt gewährt, etwa rund um den 9. November zum Gedenken an die Novemberpogrome, während des Kunstareal-Fests oder zuletzt anlässlich der Europawahl.



Mirjam Zadoff, Direktorin NS-Dokumentationszentrum München, und Arne Ackermann, Direktor Münchner Stadtbibliothek | Foto: Orla Conolly


Pressemeldung | 31. Januar 2019

Graphic Novel über Anne Frank erhält Preis des NS-Dokumentationszentrums München

„Anne Frank’s Diary: The Graphic Adaptation“ von Ari Folman und David Polonsky erhält den Preis des NS-Dokumentationszentrums München, der 2019 zum ersten Mal verliehen wird. Der Kulturausschuss des Münchner Stadtrats folgt damit der Empfehlung der Jury unter Vorsitz des Kulturreferenten Hans-Georg Küppers.

Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der wichtigsten Dokumente des Holocaust. Die Umsetzung als Graphic Novel folgt einem aktuellen Trend, schwer erzählbare Themen wie Krieg oder Verfolgung mit alternativen Methoden darzustellen. Über eine Jugendlichen vertraute Bildästhetik werden historische Ereignisse in unmittelbare Nähe herangezoomt, zugleich schafft die zeichnerische Umsetzung eine Verfremdung und einen Abstand zur Geschichte. Diese Dialektik von Nähe und Distanz öffnet einen Raum für die Darstellung und Vermittlung von Emotionen, Ängsten, Hoffnungen und Innensichten der Erfahrungs- und Gedankenwelt des jungen Mädchens im Versteck vor den Nationalsozialisten.

Glaubt man, es gäbe nichts Neues mehr zu sagen über Anne Franks Tagebuch, so wird man von Folman und Polonsky überrascht: In ihrer Erzählung und ihren Zeichnungen wird die Geschichte des Amsterdamer Hinterhauses noch einmal lebendig: die Enge, die fehlende Privatsphäre, die stumm ausgetragenen Konflikte, die Bedrohung durch Nachrichten von draußen. Besonders beeindruckend ist die bildliche Umsetzung von Annes Innenleben, das mal ironisch, mal spöttisch und zusehends depressiv auf die Umgebung reagiert. In fast immer bunten, nur manchmal in Sepia gehaltenen Bildern, werden den Leserinnen und Lesern die Ängste, Gefühle, Wunschträume, Erinnerungen und Zukunftshoffnungen dieses klugen, jungen Mädchens nahe gebracht; und zusehends auch ihre albtraumhaften Phantasien, die den immer detaillierteren Berichten über die Lager und die drohende Vernichtung entwachsen.

„Folman und Polonskys ‘Tagebuch der Anne Frank’ vereint in sich zentrale Aspekte der Arbeit des NS-Dokumentationszentrums München, die an der Schnittstelle von Wissen, Vermittlung und Kunst verortet ist. Die Autoren übersetzen die Geschichte des Holocaust in eine künstlerische Sprache, die das Unfassbare und Unbeschreibliche begreifbar macht. Ihre eindringlichen Bilder entfalten eine starke Wirkung. Sie erreichen auch jene Leserinnen und Leser, die über wenig historisches Vorwissen oder Lesekompetenz verfügen. Sich als Künstler mit diesem schweren Thema zu befassen erfordert ein hohes Maß an Mut, Sensibilität und Könnerschaft. Folman und Polonsky leisten einen wertvollen und wegweisenden Beitrag im Bemühen um eine sich stets weiterentwickelnde, lebendige Erinnerungskultur“, heißt es in der Begründung der Jury.

Die Vollversammlung des Stadtrats hatte am 23.11.2017 beschlossen, ab 2018 biennal den Preis des NS-Dokumentationszentrums in Höhe von 8.000 Euro für herausragende Publikationen und Aktivitäten zur Aufklärung über die Verbrechen des NS-Regimes sowie über Folgen und Weiterwirken der NS-Zeit zu verleihen. Bei der Auswahl der Beiträge wird besonderes Augenmerk auf eine hohe Qualität, eine breite gesellschaftliche Wirkung und eine zeitgemäße, zukunftsorientierte Ausgestaltung gelegt.

„Anne Frank’s Diary: The Graphic Adaptation“ ist in der deutschen Auflage 2017 im S. Fischer Verlag erschienen und in allen Münchner Stadtbibliotheken erhältlich.

Am 30. April 2019 wird der Preis des NS-Dokumentationszentrums München 2018 an die beiden Autoren Ari Folman und David Polonsky durch den Kulturreferenten der Landeshauptstadt München, Hans-Georg Küppers, übergeben. Die Laudatio hält der Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy.
Für weitere Informationen und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an

Dr. Kirstin Frieden | Tel. +49 89 233-67013
E-Mail: presse.nsdoku (at) muenchen.de

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Pressemeldung | 10. Januar 2019

Das NS-Dokumentationszentrum München stellt sein neues Programm vor

Im Jahr 2019 wird sich das NS-Dokumentationszentrum München mit mehreren Ausstellungen und einem neuen Veranstaltungsprogramm verstärkt internationalen, aktuellen und politischen Fragestellungen widmen und diese in ihrem historischen und erinnerungskulturellen Kontext diskutieren. Die Themen Rassismus, Genozid und Holocaust sind Schwerpunkte des neuen Jahresprogramms und werden in Vorträgen, Gesprächen und anderen Formaten aus geschichtlicher und aus gegenwärtiger Perspektive beleuchtet. Darüber hinaus beschäftigt sich das NS-Dokumentationszentrum im Rahmen von Ausstellungen und Veranstaltungen mit der Zukunft der Erinnerungskultur und der politischen Dimension von Museen und Erinnerungsorten.

Das neue Angebot wird mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern auf lokaler, bundesweiter und internationaler Ebene realisiert. Es wurde unter der neuen Direktorin Mirjam Zadoff entwickelt, die das NS-Dokumentationszentrum München seit Mai 2018 leitet.

„Das NS-Dokumentationszentrum München ist ein Haus mit offenen Türen in viele unterschiedliche Richtungen. Wir richten uns an die Münchner Stadtgesellschaft in ihrer wachsenden Diversität ebenso wie an ein internationales Publikum.”, sagt Direktorin Mirjam Zadoff. „So vielfältig unser Publikum ist, so vielfältig sind auch unsere Themen. Immer mehr Menschen suchen in Anbetracht der politischen Veränderungen in Europa und den USA nach Antworten in der Vergangenheit: Warum entstehen Diktaturen, warum wählen Menschen liberale Demokratien ab und entscheiden sich für autoritäre Regime, Vorstufen zu Diktaturen? Warum sind Gleichberechtigung, Offenheit und Vielfalt unter Beschuss geraten und werden von Ausgrenzung, Homogenität und Enge abgelöst? Wir beobachten ein neu erwachtes Interesse an Geschichte, vor allem an der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Für unser Programm bedeutet dies, dass wir – neben klassischen NS-Themen – aktuelle Bezüge herstellen, internationaler werden, interdisziplinärer und partizipativer. Wir haben im vergangenen Jahr bereits viel angestoßen, sind neue Kooperationen eingegangen und probieren andere Formate aus. Unsere deutlich steigenden Besucherzahlen bestärken uns darin, diesen Weg weiterzugehen.”

Die Vermittlung von Geschichte gegenüber einer breiten Öffentlichkeit ist eine zentrale Aufgabe des NS-Dokumentationszentrums München. Hierzu werden kontinuierlich neue partizipative und inklusive Bildungs­angebote entwickelt, die geschichtliches Wissen vermitteln und zu einer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Fragen der Gegenwart beitragen. Neben der Entwicklung einer digitalen Strategie hat sich das NS-Dokumentationszentrum München für das kommende Jahr vorgenommen, insbesondere die Frage in den Blick zu nehmen, wie man die NS-Geschichte und damit verwandte Themen für ein vielfältiges und von Migration geprägtes Publikum erschließt und zur Diskussion stellt. Für das Projekt Erinnerungsort Zwangsarbeiterlager Neuaubing wird im kommenden Jahr die inhaltliche und konzeptionelle Detailplanung fortgeführt.

Aus dem vielfältigen Angebot der Abendveranstaltungen seien hier nur einige der hochkarätigen Referentinnen und Referenten herausgegriffen: Géraldine Schwarz (22.1.) Christopher Clark (31.1.), Ibram X. Kendi (18.2.), Omer Bartov (24.6.), Ian Buruma (27.6.), Andrea Pető (1.7.) und Roger Cohen (4.7.). Neben großen Namen wie diesen wird das NS-Dokumentationszentrum auch junge Stimmen zu Wort kommen lassen. Es gibt neue, spannende und überraschende Themen und Positionen zu entdecken – und zwar aus unterschiedlichen Bereichen: Geschichte, Musik, Literatur, Kunst, Popkultur und Film.

Im Rahmen der historisch-politischen Bildungsarbeit wird eine Spring School angeboten, die den Umgang mit nationalsozialistischer Täterschaft an historischen Orten und im Familiengedächtnis zum Gegenstand hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unsere gegenwärtige Gesellschaft mit der Erinnerung an die Akteure der NS-Zeit umgeht und welche vielfältigen Nachwirkungen die nationalsozialistische Täterschaft bis heute hat. Die Spring School findet von 1. bis 4. April 2019 statt und richtet sich an Multiplikatoren, Lehrkräfte und Studierende.

Im Juni wird es eine Tagung mit internationalen Experten zum Thema „Gewalt im Nachkrieg – Postwar Violence 1945–1949“ geben. Die prominent besetzte Konferenz nimmt die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Europa als eine Phase der entgrenzten Gewalt in den Blick. Dabei werden neue Ansätze aus der Gewalt­forschung aufgegriffen und neben Akteuren auch Räume, Situationen und Praktiken von Gewalt als ganzheitliches Szenario betrachtet.

2019/2020 werden unter anderem folgende Ausstellungen zu sehen sein:

Ronit Agassi. The Fifth Season
14|02–05|05|2019

Nicht Schwarzweiß. Eine Intervention in Farbe
28|02–05|05|2019

DIE STADT OHNE. Juden Ausländer Muslime Flüchtlinge
30|05–10|11|2019

Tell me about yesterday tomorrow
28|11|2019–30|08|2020

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Pressemeldung | 25. Oktober 2018

Ein lebendiger Erinnerungsort für Neuaubing: Konzept für das ehemalige Zwangsarbeiterlager verabschiedet

In Neuaubing soll auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers als Dependance des NS-Dokumentationszentrums München bis 2022 ein lebendiger Erinnerungsort entstehen. Bei seiner Vermittlungsarbeit möchte das NS-Dokumentationszentrum neue Wege gehen und die historische Bedeutung des Ortes mit der gegenwärtigen kulturellen Nutzung verknüpfen. In der Sitzung am 24. Oktober hat die Vollversammlung des Münchner Stadtrats dem vorgelegten Konzept des NS-Dokumentationszentrums zugestimmt.

Das Areal an der Ehrenbürgstraße 9 ist das einzige weitgehend vollständig erhaltene Zwangsarbeiterlager im süddeutschen Raum. In zwei der acht historischen Baracken sowie in Teilen des Außenbereichs soll dauerhaft an das lange verdrängte Verbrechen der nationalsozialistischen Zwangsarbeit erinnert werden.

Das ehemalige Lagergelände im Münchner Westen zeichnet sich durch eine gewachsene soziokulturelle Vielfalt aus. Es wird heute unter anderem von Künstlerinnen und Künstlern, Handwerkern und zwei pädagogischen Einrichtungen genutzt. Mit ihnen findet während der Entwicklung des Projekts ein reger Austausch statt.
Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers: „Das vorgelegte Konzept verspricht eine zeitgerechte und zukunftsfähige Erfahrung und Auseinandersetzung mit dem historischen Ort und seiner Geschichte. Ich freue mich, dass Mirjam Zadoff damit auch eine Realisierung des Projekts im Einklang mit den derzeitigen Nutzungen möglich macht.“

„In Neuaubing möchten wir neue didaktische Formate anbieten, die zur Entwicklung einer partizipativen und handlungsorientierten Erinnerungskultur beitragen“, so Mirjam Zadoff. „Neben der Vermittlung von historischem Wissen soll zum Nachdenken angeregt werden, sowohl über die Vergangenheit als auch über gesellschaftspolitische Fragen, wie etwa aktuelle Formen der Ausbeutung.“

Im Außenraum des Geländes und in einer der erhaltenen Baracken soll eine methodisch vielfältige multimediale Ausstellung realisiert werden. Neben der Geschichte des Lagergeländes wird die Geschichte der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in München, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen, umfassend geschildert und zugänglich gemacht. Des Weiteren werden die Profiteure des Ausbeutungssystems dargestellt, bei denen Münchner Unternehmen, staatliche und städtische Verwaltungseinrichtungen involviert waren. Eine zweite Baracke soll als „Erinnerungswerkstatt“ mit multifunktionaler Ausstattung jungen Erwachsenen die Möglichkeit bieten, zum Beispiel gemeinsam mit Kunstschaffenden, ihren eigenen Zugang zur Vergangenheit zu finden.

Am NS-Dokumentationszentrum München wird die Geschichte des Lagerkomplexes sowie die der Zwangsarbeit auf dem gesamten Stadtgebiet seit einigen Jahren intensiv erforscht. Im April 2018 ist eine Publikation erschienen, die den aktuellen Forschungsstand dokumentiert: Zwangsarbeit in München. Das Lager der Reichsbahn in Neuaubing, hrsg. vom NS-Dokumentationszentrum München, Metropol Verlag 2018, ISBN978-3-86331-040-0, 28 Euro.

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Schülerinnen und Schüler der Mittelschule an der Guardinistraße zeigen ihre Tanz-Theater-Performance „Stranger than – Aus Nachbarn werden Fremde“ | Foto: Orla Connolly


Pressemeldung | 5. Juli 2018

Theaterprojekt „Stranger than“ mit BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018 ausgezeichnet

Am vergangenen Freitag wurde dem NS-Dokumentationszentrum für ein Gemeinschaftsprojekt von Kulturstaatsministerin Monika Grütters der BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018 verliehen. Ausgezeichnet werden jährlich Projekte, die Kunst und Kultur innovativ und nachhaltig vermitteln - und bislang unterrepräsentierte Zielgruppen besonders berücksichtigen. Das vom NS-Dokumentationszentrum begleitete Projekt „Stranger than – Aus Nachbarn werden Fremde“ hat einen der drei mit jeweils 20.000 Euro dotierten Preise erhalten.

In der Begründung der Fachjury heißt es: „Diese Annäherung an Themen historischer und gesellschaftspolitischer Relevanz mit den Mitteln von Tanz und Theater, mit Sprache und Körper überzeugte die Jury, die darin einen beispielhaften und zukunftsweisenden Ansatz in der Geschichtsvermittlung und Erinnerungsarbeit mit Jugendlichen und Migranten sieht.“

Im Schuljahr 2016/2017 realisierte das NS-Dokumentationszentrum gemeinsam mit dem Verein Spielen in der Stadt e. V. das kulturpädagogische Projekt „Stranger than“. Zwei Kulturpädagoginnen erarbeiteten die Tanz- und Theaterperformance mit 22 Schülerinnen und Schülern der Mittelschule an der Guardinistraße im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, die sich über ein Jahr lang mit der NS-Geschichte intensiv auseinandersetzten.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung standen die Themen Ausgrenzung und Toleranz. Bei einem Besuch der Dauerausstellung „München und der Nationalsozialismus“ und einem Stadtrundgang zur NS-Geschichte erfuhren die Schülerinnen und Schüler Näheres über die nationalsozialistische Vergangenheit der Stadt München und die Folgen der Diktatur. Das Seminar „Jugend im Nationalsozialismus“ brachte ihnen das Thema „Ausgrenzung“ näher und zwar anhand von Biografien von Jugendlichen aus München, die in der NS-Zeit ausgegrenzt, verfolgt und teilweise ermordet wurden. Besonders eindrucksvoll für die Schülerinnen und Schüler war ein Zeitzeugengespräch mit dem Überlebenden Ernst Grube. Ein Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Dachau führte den Jugendlichen die Ausgrenzungs-, Verfolgungs- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten vor Augen.

Aus der Beschäftigung mit der Situation und den Handlungsmöglichkeiten junger Menschen in der nationalsozialistischen Ausgrenzungsgesellschaft leiteten die Jugendlichen ein Gegenwartsbezug ab: Was geht mich das heute noch an? Was ist Empathie? Was ist Respekt? Wann muss ich einschreiten? Oder ganz allgemein: Was kann ich tun? – Diese Fragen fanden Eingang in die Tanz- und Theater-Performance, die im Mai 2017 im NS-Dokumentationszentrum ihre eindrucksvolle Premiere hatte. Die gelungene Umsetzung des Projekts hat gezeigt, dass kulturpädagogische Methoden ein fruchtbarer Ansatz für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sein können.

„Stranger than“ ist ein Projekt im Rahmen der Programmlinie CultureClouds, die der Verein Spielen in der Stadt e.V. seit Jahren zusammen mit verschiedenen Münchner Partnerschulen und Akteuren der kulturellen Bildung an neuen Formen kultureller Ganztagsbildung realisiert.

Eine Fortsetzung der Kooperation ist in Planung: Diesmal soll zusammen mit Schülerinnen und Schülern eine Tanz- und Theaterperformance zum Thema Flucht und Vertreibung erarbeitet und im Rahmen des Tanz- und Theaterfestivals Rampenlichter 2019 im Theater schwere reiter aufgeführt werden.

Weitere Informationen sind auf der Projektseite der Kooperationspartner und in der Pressemitteilung der Bundesregierung zu finden.

Gerne stellen wir Ihnen auf Anfrage Bildmaterial für die Berichterstattung zur Verfügung: presse.nsdoku(@)muenchen.de, Telefon 089/23367014.



Pressemeldung | 22. Juni 2018

Horchposten 1941 | я слышу войну
Deutsch-russische Klanginstallation

05|07| bis 15|07|2018

Ab dem 5. Juli stellt das NS-Dokumentationszentrum die interaktive russisch-deutsche Klanginstallation „Horchposten 1941 | я слышу войну“ aus. Das Audioprojekt thematisiert den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Im Zentrum der vielstimmigen Collage steht die Blockade Leningrads durch die Wehrmacht, in der in 900 Tagen ab September 1941 über eine Millionen Menschen durch Hunger, Kälte und Granaten starben. „Horchposten” befasst sich darüber hinaus mit dem weiteren Kriegsgeschehen und beschreibt das Leben, Kämpfen, Töten und Sterben der Menschen, Opfern wie Tätern, Soldaten wie Zivilisten. Die vertonten Texte wurden aus Tagebüchern, Briefen sowie politischen und militärischen Zeitdokumenten aus Deutschland und der Sowjetunion zusammengestellt.

Die Installation wird am Mittwoch, 4. Juli, um 19 Uhr im Auditorium des NS-Dokumentationszentrums München, Max-Mannheimer-Platz 1, eröffnet. Zur öffentlichen Vernissage berichten die beiden Autoren Jochen Langner und Andreas Westphalen über die Entstehung des mit vielen Partnern realisierten Dialogprojekts. Der Historiker Jörg Ganzenmüller von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erläutert den historischen Hintergrund des Themas.

Die interaktive russisch-deutsche Klanginstallation „Horchposten 1941 | я слышу войну“ bietet einen individuell erfahrbaren Erinnerungsraum zum deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, insbesondere der Belagerung Leningrads. Das Ziel ist es, den russischen und deutschen Besuchern nicht nur die Erfahrung der Kriegsgeneration des jeweils eigenen Landes zu präsentieren, sondern zugleich einen Perspektivwechsel zu ermöglichen, in dem sie auch den Blickwinkel des ehemaligen Feindes einnehmen können. Dadurch gibt die Installation die Gelegenheit zu einem dialogischen Erinnern, jenseits der typischen nationalen Blickwinkel.

„Horchposten 1941 | я слышу войну“ ist eine Produktion des Deutschlandfunks mit Radio Echo Moskau und dem Westdeutschen Rundfunk. Das Auswärtige Amt, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die ZEIT-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung Moskau und das Deutsch-Russische Forum haben das Projekt gefördert.

Wir freuen uns auf Ihre Ankündigung und Berichterstattung. Mehr Informationen zum Projekt sowie Kontakt zu den Mitwirkenden sind über presse.nsdoku (at) muenchen.de erhältlich. Eine Vorbesichtigung der Installation mit den Autoren ist am 4. Juli auf Anfrage am Vormittag oder Nachmittag möglich: presse.nsdoku (at) muenchen.de, Telefon 089/233-67014.


Siegerentwurf von Arnold Dreyblatt im Wettbewerb für ein Mahnmal zur Bücherverbrennung am Königsplatz. | © Arnold Dreyblatt


Pressemeldung | 9. Mai 2018

Dreyblatt gestaltet Mahnmal zur Bücherverbrennung

Der US-amerikanische Künstler Arnold Dreyblatt soll das Mahnmal zur Bücherverbrennung am Königsplatz gestalten. Sein Entwurf mit dem Titel „Die Schwarze Liste“ hat sich in einem 2017 ausgeschriebenen Wettbewerbsverfahren durchgesetzt. Heute hat der Kulturausschuss beschlossen, dem Urteil der Jury zu folgen und Dreyblatts Entwurf zu realisieren.

Das kreisförmige Denkmal wird am mutmaßlichen Ort der nationalsozialistischen Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 entstehen, auf der zentralen Kiesfläche vor der Staatlichen Antikensammlung. Die in den Boden eingelassene, begehbare Scheibe aus glasfaserverstärktem Kunststoff hat einen Durchmesser von knapp acht Metern. Sie trägt eine Spirale aus 9600 Buchstaben: Bei dem Text handelt es sich um 359 Buchtitel von im nationalsozialistischen Deutschland geächteten Autorinnen und Autoren. Die Auswahl basiert auf der historischen „Schwarzen Liste“ des Berliner Bibliothekars Wolfgang Herrmann, die im Mai 1933 mehrfach veröffentlicht wurde und grundlegend bei der Auswahl der damals verbrannten Werke war.

Die Buchtitel der Spirale sind ohne Interpunktion aneinandergereiht, so entstehen assoziationsreiche Wortketten, die neue Bezüge und Bedeutungen herstellen: „DEUTSCHLANDS THEATER BISMARCK UND SEINE ZEIT EINER SAGT DIE WAHRHEIT DAS KUNSTSEIDENE MÄDCHEN … ÜBER FÜNF EHEN AUS DER ZEIT DAS KOMMUNISTISCHE MANIFEST BILDER DER GROSSSTADT DIE LESSING-LEGENDE ZUR GESCHICHTE UND KRITIK“. Dieser fortlaufende Text soll ein „poetisches Fenster“ in eine untergegangene Welt öffnen und zugleich auf deren aktive Zerstörung hinweisen. Die Spiralform nimmt Bezug auf den Verbrennungsakt, auf die Spirale aus Rauch und brennenden Seiten, wie sie in historischen Aufnahmen von Bücherverbrennungen zu sehen ist. Die Jury lobte an Dreyblatts Entwurf, dass die geistige und kulturelle Leistung der Autorinnen und Autoren im Mittelpunkt steht und nicht der Akt des Verbrennens und Vernichtens. Die Aussage des Kunstwerks sei mehrdimensional und wirke in die Gegenwart und Zukunft: Auf der einen Seite wird zu einer Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Ideologie angeregt, auf der anderen Seite zur Beschäftigung mit dem verfemten Kulturgut selbst.

Der 1953 in New York geborene Arnold Dreyblatt lebt und arbeitet seit 1984 in Berlin und hat sich als Komponist und Medienkünstler einen Namen gemacht. Viele seiner Installationen im öffentlichen Raum beschäftigen sich mit erinnerungskulturellen Themen, vielfach geht es um Prozesse des Erinnerns und Vergessens, des Sammelns und Archivierens. Hervorgehoben seien in diesem Zusammenhang Dreyblatts Arbeiten für die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück („Liberation“, „Calendarium“ und „Inmates I & II“, 2014/15), die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen („Das Dossier“, 2013), das Bundeslandwirtschaftsministerium („Inschriften“, 2010) und das Jüdische Museum Berlin („Unausgesprochen“, 2008).

Für den Wettbewerb und die Realisierung des Kunstwerks ist ein Budget von 120.000 Euro angesetzt. Neben dem Bodendenkmal wird es eine erklärende Hinweistafel und eine Webseite mit Hintergrundinformationen zu den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen geben. Die Einweihung des Mahnmals soll voraussichtlich noch im Jahr 2018 erfolgen.

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Weitere Pressemeldungen

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> Pressemeldung, 5. Juli 2018 | Theaterprojekt „Stranger than“ mit BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018 ausgezeichnet

> Presseeinladung, 21.06.2018 | Präsentation des Gedenkbuchs für die Münchner Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde
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> Pressemeldung, 22. Juni 2018 | Horchposten 1941 | я слышу войну
Deutsch-russische Klanginstallation

> Pressemeldung, 17. Mai 2018 | Neue Wechselausstellung: Die Technische Hochschule München im Nationalsozialismus
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> Pressemeldung, 3. Mai 2018 | Mirjam Zadoff neue Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München
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> Pressemeldung, 25.04.2018 | Neuerscheinung: Winfried Nerdinger, Erinnerung gegründet auf Wissen. Das NS-Dokumentationszentrum München | Remembrance based on Knowledge. The Munich Documentation Centre for the History of National Socialism
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> Pressemeldung, 13.04.2018 | Wie erinnern? Symposium zum Abschied von Winfried Nerdinger
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> Pressemeldung, 28.11.2017 | Neue Wechselausstellung: Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945
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> Pressemeldung, 5.10.2017: Preis für Projekte zur Aufklärung über den Nationalsozialsozialismus
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> Pressemeldung, 05.07.2017: Neuerscheinung „Stadt und Erinnerung“
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Siehe auch

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