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Filmstill aus Claude Lanzmanns Film „Shoah“. Foto: absolut Medien GmbH

Mittwoch 07|11 bis Sonntag 11|11|2018, täglich 10.00 bis 19.00 Uhr

Claude Lanzmann: „Shoah“


Am 5. Juli 2018 verstarb der französische Regisseur Claude Lanzmann im Alter von 92 Jahren. Als Sohn eines Dekorateurs und einer Antiquitätenhändlerin wuchs Lanzmann in Paris auf, seine Großeltern waren als jüdische Immigranten aus Osteuropa nach Frankreich eingewandert. Der zunehmende Antisemitismus spielte auch in Lanzmanns Jugend eine Rolle. 1943 schloss er sich der Résistance an und beteiligte sich an Partisanenkämpfen. Ende der 1960er Jahre begann Lanzmann, sich intensiv mit dem Holocaust auseinanderzusetzen.

Mitte der 1980er Jahre legte er mit „Shoah“ eine der radikalsten und umfassendsten Filmarbeiten über den Holocaust vor. 12 Jahre Dreharbeiten und Recherche, 350 Stunden Material, 9 1/2 Stunden Film gegen das Vergessen.

Dabei verzichtet dieses epische Großprojekt auf Musik, auch auf jegliche Form des Kommentars und vor allem auf historisches Archivmaterial – auf die Bilder von Massengräbern, Gaskammern, ausgemergelten Körpern. Im Mittelpunkt stehen nicht die Dokumente der Vergangenheit, sondern die Gegenwärtigkeit des Erinnerns. Lanzmann besuchte die Orte der Vernichtung, die „Todesfabriken“ Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka, Auschwitz und fand Orte vor, über die Gras gewachsen war. Daher seine Insistenz, mit der er in Polen, in Israel, in den USA, in Deutschland letzte Augenzeugen der Katastrophe – seltene Überlebende der „Sonderkommandos“, Zuschauer und auch NS-Täter – ausfindig machte und zu Deportation und Lageralltag befragte.

In Erinnerung an den im Juli 2018 verstorbenen Regisseur und an die Opfer des Holocaust zeigt das NS-Dokumentationszentrum vom 7. bis 11. November „Shoah“ täglich ab 10.00 Uhr in seinem Auditorium.


Der Eintritt ins NS-Dokumentationszentrum ist in dieser Woche frei.


Aufgrund einer Abendveranstaltung endet die Filmvorführung am 9.11. bereits um 18:30 Uhr!


Ort NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium
Veranstalter NS-Dokumentationszentrum München

 

 

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