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Gedenken an die Deportation der Jüdinnen und Juden aus München

Deportation nach Kaunas am 20. November 1941 | © Stadtarchiv München

Stadtweite Veranstaltungsreihe zum 80. Jahrestag der Deportation Münchner Jüdinnen und Juden
12. November bis 21. Dezember 2021

In den frühen Morgenstunden des 20. November 1941 verschleppte die Gestapo knapp 1.000 jüdische Menschen vom Güterbahnhof Milbertshofen nach Kaunas in Litauen. Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft wurden sie dort am 25. November von der SS und ihren Helfern ermordet.

Unter dem Druck der wachsenden Entrechtung und Ausgrenzung hatten bereits zuvor viele jüdische Münchnerinnen und Münchner Deutschland verlassen. Am 20. November 1941 verlor die jüdische Gemeinde Münchens mit einem Schlag ein Viertel ihrer noch verbliebenen Mitglieder. In der Folgezeit wurden rund 3.400 Jüdinnen und Juden von München nach Kaunas, Piaski, Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Etwa ein Drittel von ihnen stammte aus Schwaben und Oberbayern. Nur sehr wenige überlebten die Shoah, den systematischen Massenmord der Nationalsozialisten an den Jüdinnen und Juden.

80 Jahre nach der ersten Deportation gedenkt die Landeshauptstadt München gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie weiteren Partnerinnen und Partnern ihrer ehemaligen Bürgerinnen und Bürger, die zwischen 1941 und 1945 aus ihrer Heimatstadt vertrieben und ermordet wurden.

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Veranstaltungen


ab 01.10.2021
Maria Luiko-Album in der Sammlung Online des Münchner Stadtmuseums

Digitales Album mit Begleittexten

Das Münchner Stadtmuseum stellt zum Leben und Werk der Künstlerin Maria Luiko (1904–1941) in Kooperation mit dem Jüdischen Museum München, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München und dem Stadtarchiv München ein eigenes Album für die Sammlung Online zusammen.

Online unter sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de

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12.11.2021, 18.00 Uhr
12.11.2021, 10.30 Uhr (Schulvorstellung)
„Anne Frank“, eine Puppentheater-Aufführung der „Artisanen“ im Münchner Stadtmuseum

Puppenspiel

Die Produktion „Anne Frank“ der „Artisanen“ ist ein dokumentarisch biografisches Theater mit Objekten und Puppen. Am Beispiel des berührenden Schicksals von Anne Frank geht es um die Themen Diskriminierung, Ausgrenzung und Unterdrückung.

Ort Saal des Münchner Stadtmuseums, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

www.figurentheater-gfp.de

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16.11.2021 – 26.11.2021 | Eröffnung: 16.11.2021, 16.00 Uhr
Die Deportationen aus München. Lebensgeschichten und letzte Bilder
Ausstellung

Schülerinnen und Schüler stellen gemeinsam mit dem Stadtarchiv München ausgewählte Lebensgeschichten von deportierten Jüdinnen und Juden vor und zeigen die letzten Bilder, die im Zuge ihrer Deportation aus München aufgenommen wurden. Die Ausstellung wird im NS-Dokumentationszentrum eröffnet und im Anschluss an verschiedenen Schulen gezeigt.

Ort NS-Dokumentationszentrum München, Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München

Eine Zusammenarbeit von Stadtarchiv München, Städtischem Luisengymnasium, Staatlichem Wittelsbacher-Gymnasium und NS-Dokumentationszentrum München

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16.11.2021 – 15.12.2021
Kaunas 1941. Eine Fotoinstallation von Rainer Viertlböck

Installation

Der Fotograf Rainer Viertlböck hält unter dem Werktitel „Strukturen der Vernichtung“ ehemalige Konzentrationslager, Außenlager und Erschießungsstätten mit seiner Kamera fest. In einer Installation im Foyer des Jüdischen Museums München zeigt er nun zwei beeindruckende Werke über das „Fort IX“ in Kaunas.

Ort Jüdisches Museum München, St.-Jakobs-Platz 16, 80331 München

www.juedisches-museum-muenchen.de


25.11.2021, 19.00 Uhr
Kaunas 1941: Ein Künstlergespräch mit Rainer Viertlböck

Das Jüdische Museum München zeigt am 25. November um 19.00 Uhr eine Videopremiere mit dem Münchner Fotografen Rainer Viertlböck: Rund 1000 als jüdisch verfolgte Frauen und Männer aus München und Umgebung wurden am 20. November 1941 ins „Fort IX“ in Kaunas deportiert. Am 25. November 1941 wurden sie in den dortigen Festungsgräben vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A unter der Leitung der SS erschossen. Im Video zeichnet Viertlböck die Abläufe der damaligen Deportation und Ermordung nach, spricht über seine fotografische Arbeit und seine ganz persönliche Perspektive auf die historischen Ereignisse vom 20. November 1941.

Ort Online via YouTube

www.juedisches-museum-muenchen.de

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20.11.2021, 14.00 Uhr
… was konnten die Nachbarn wissen?

Vortrag

Leo Brux vermittelt die Atmosphäre zum Zeitpunkt der Deportationen 1941 in Sendling als Nachbarn „verschwanden“ und niemand etwas bemerkt haben wollte. Begann hier das „kommunikative Beschweigen“, das sich zur „kollektiven Verdrängung“ entwickelte? Wie lebt es sich heute in diesen Häusern?

Anmeldung telefonisch unter 089 764740
Ort Sendlinger Kulturschmiede, Daiserstr. 22, 81371 München
Veranstalter Initiative Historische Lernorte Sendling

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20.11.2021 zwischen 17.00 Uhr und 18.30 Uhr  (Ausweichtermin 27.11.2021)
Federbetten nur für Kinder

Performance

Elf Jugendliche des Projekts „always remember-never forget“ erobern sich erinnernd die Stadt und rufen vergessene Orte temporär in Erinnerung. Zusammen mit dem Holocaustüberlebenden Ernst Grube haben sie zur „Judensiedlung Milbertshofen“ geforscht und gehen an den Ort des Geschehens, kleben Grundrisse auf, bauen Teile des Lagers wieder auf, arbeiten mit Texten und Bewegung.

Ort Gelände der ehemaligen „Judensiedlung Milbertshofen“, Knorrstr. 147, 80937 München
Veranstalter Spielen in der Stadt e.V. und NS-Dokumentationszentrum München

www.spielen-in-der-stadt.de

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20.11.2021, 18.30 Uhr
Es gibt keine Zukunft ohne Erinnerung
Friedenszug zum Denkmal am Ort der ehemaligen „Judensiedlung Milbertshofen“ in der Troppauerstraße/Knorrstraße

Begrüßung: Jörg Rohde, Gemeinschaft Sant’Egidio
Lesung von Biografien: Schülerinnen und Schüler des Staatlichen Gymnasiums München-Nord, der Friedensschule und Youth For Peace (Gemeinschaft Sant’Egidio)
Musik: Staatliches Gymnasium München-Nord

Ort Staatliches Gymnasium München-Nord (Vorplatz), Knorrstr. 171, 80937 München

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20.11.2021, 19.00 Uhr
Gedenken am Ort der ehemaligen „Judensiedlung Milbertshofen“
Gedenkveranstaltung

Mit Grußworten von Oberbürgermeister Dieter Reiter, Ursula Kalb (Gemeinschaft Sant’Egidio), Ellen Presser (Leiterin des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern), Ernst Grube (Überlebender und Präsident der Lagergemeinschaft Dachau), Kardinal Reinhard Marx (Erzdiözese München und Freising), Heinrich Bedford-Strohm (Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern)

Ort Ecke Troppauerstr./Knorrstr., 80937 München

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21.11.2021, 21.00 Uhr
80 Jahre Deportationen aus München
TV-Sendung | ARD Alpha

Was blieb von den Menschen, die aus München deportiert wurden? Nur wenige Fotos und Gegenstände, die aber heute die Basis bieten für neue, auch digitale Formen der Erinnerung. Andreas Bönte (Bayerischer Rundfunk) im Gespräch mit Charlotte Knobloch (Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern), Florentine Azoulay (Arolsen Archives), Alina Bothe (Zentrum für Antisemitismusforschung Berlin) und Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München).

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24.11.2021, 19.00 Uhr
Neue Erkenntnisse zum 80. Jahrestag der ersten Deportation von Juden aus München
Vortrag

Im Herbst 1941 begannen die Nationalsozialisten mit der endgültigen Vertreibung der Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich. Maximilian Strnad stellt neue Erkenntnisse, Bilder und zentrale Dokumente zu den Deportationen aus München vor, die den Beginn des Massenmordes bedeuteten. Anmeldung erforderlich (Kurs N110718)

Ort Einstein 28 Bildungszentrum, Einsteinstr. 28, 81675 München
Veranstalter Münchner Volkshochschule

www.mvhs.de

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25.11.2021, 13.30 Uhr
Erinnerungszeichen für Kitty und Rupprecht Neustätter

Gedenkveranstaltung

An ihrem ehemaligen Wohnort in der Prinzregentenstraße 83 werden Erinnerungszeichen für Kitty und Rupprecht Neustätter angebracht, die am 20. November 1941 nach Kaunas deportiert und dort ermordet wurden. Es sprechen u.a. Bürgermeisterin Verena Dietl und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch.

Ort Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater, Gartensaal, Prinzregentenplatz 12 – Seitengang, 81675 München
Veranstalter Koordinierungsstelle | Erinnerungszeichen im Stadtarchiv München

www.erinnerungszeichen.de


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25.11.2021, 18.00 Uhr
Der Lange Weg ins Ghetto
Filmvorführung mit Podiumsgespräch

Seltene historische Privataufnahmen und der Dokumentarfilm „Im Ghetto“ (BRD 1998) zeigen das Leben der Münchner Jüdinnen und Juden am Vorabend ihrer Deportation. Mit den Holocaustüberlebenden Charlotte Knobloch und Ernst Grube, der Regisseurin Renate Eichmeier, Veronika Heyde und Ingrid Reuther von der Erinnerungswerkstatt München e.V..
Der Eintritt ist frei, Anmeldung wird erbeten unter erinnerungszeichen@muenchen.de

Ort ASTOR Film Lounge im ARRI München, Türkenstr. 91, 80799 München
Veranstalter Stadtarchiv München

www.erinnerungszeichen.de

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21.12.2021, 10.00 Uhr (Schulvorstellung)
21.12.2021, 20.00 Uhr
„Um 2 Uhr noch mal Kaffee“
Tanztheater-Film-Performance

„Wenn die Menschen schweigen, schreien die Steine“ (nach Lk 19, 40). Aber wie schreien Gebäude, Straßen und Plätze? Was wäre möglich, angemessen oder zeitgemäß? Das Ensemble „Let the stones scream“ hat sich deshalb mit Bewegung, Film, Tanz und Theater – und der Unterstützung des Holocaustüberlebenden Ernst Grube – auf Spurensuche begeben.

Ort schwere reiter tanz | theater | musik, Dachauer Str. 114 a, 80636 München
Tickets unter www.schwerereiter.de (18 €/ermäßigt 10 €)
Reservierung für die Schulvorstellung unter info (at) spielen-in-der-stadt.de (Ticket 8 € pro Schüler*in)
Veranstalter Spielen in der Stadt e.V. und NS-Dokumentationszentrum München

www.rampenlichter.com



Veranstalter

Kulturreferat der Landeshauptstadt München / Bereich Stadtgeschichte und Stadtarchiv München

In Kooperation mit

Gemeinschaft Sant’Egidio
Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern
Jüdisches Museum München
Münchner Volkshochschule
NS-Dokumentationszentrum München
Spielen in der Stadt e. V.
Staatliches Gymnasium München-Nord
Staatliches Wittelsbacher-Gymnasium
Städtisches Luisengymnasium
Stadtmuseum München
Youth For Peace der Gemeinschaft Sant’Egidio

Hinweis zur Pandemie

Es gelten die aktuellen Maßnahmen und Regelungen der Infektionsschutzverordnung. Bitte informieren Sie sich vor dem Besuch einer Veranstaltung unter https://www.muenchen.de/corona

Einlassvorbehalt

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationenangehören, der rechtsextremen Szene zuzurechnen sind oder bereits in derVergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, antiziganistischeoder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinunggetreten sind, sind von den Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.