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15.11.2018 | 19.00 Uhr

Novemberrevolution und die Juden

Im Rahmen der stadtweiten Veranstaltungsreihe „1918 | 2018 Was ist Demokratie?“
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz

Das Ende der Monarchie, das der Pazifist und USPD-Politiker Kurt Eisner am 7. November 1918 in München ausrief, die Revolution und die kurzlebige Räteherrschaft nach seiner Ermordung wurden für die bayerischen Bürger zum Trauma. Auf der Suche nach Schuldigen waren antisemitische Ressentiments willkommen: Juden und Bolschewisten seien verantwortlich für den verlorenen Krieg, für das Ende der „guten alten Zeit“, für Nachkriegselend und Chaos.

Die Tatsache, dass einige Protagonisten der Oktoberrevolution in Russland wie der Räterepublik in München jüdische Wurzeln hatten, diente nicht nur Dema- gogen wie Hitler als „Beweis“ für Verschwörungstheorien. Bis in die Gegenwart wird im rechten Lager behauptet, „das Judentum“ habe den Bolschewismus erfunden, um die Weltherrschaft zu erringen. Das Trauma der Novemberrevolution wurde genährt von Meinungsführern wie Ludwig Thoma, der half Judenfeindschaft salonfähig zu machen. Den Folgen, nicht nur für die bayerische Politik, geht der Vortrag nach.

Wolfgang Benz lehrte bis 2011 an der Technischen Universität Berlin und leitete dort das Zentrum für Antisemitismusforschung. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur NS-Geschichte und zum Thema Antisemitismus.


Ort NS-Dokumentationszentrum München, Auditorium

Eintritt frei

Veranstalter NS-Dokumentationszentrum München

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