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„Stranger than ...“ gewinnt den BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018

Am vergangenen Freitag wurde dem NS-Dokumentationszentrum für ein Gemeinschaftsprojekt von Kulturstaatsministerin Monika Grütters der BKM-Preis Kulturelle Bildung 2018 verliehen. Ausgezeichnet werden jährlich Projekte, die Kunst und Kultur innovativ und nachhaltig vermitteln - und bislang unterrepräsentierte Zielgruppen besonders berücksichtigen. Das vom NS-Dokumentationszentrum begleitete Projekt „Stranger than ...“ hat einen der drei mit jeweils 20.000 Euro dotierten Preise erhalten

In der Begründung der Fachjury heißt es:

„Diese Annäherung an Themen historischer und gesellschaftspolitischer Relevanz mit den Mitteln von Tanz und Theater, mit Sprache und Körper überzeugte die Jury, die darin einen beispielhaften und zukunftsweisenden Ansatz in der Geschichtsvermittlung und Erinnerungsarbeit mit Jugendlichen und Migranten sieht.“

Die Theater- und Tanzperformance "Stranger than ...", 24.5.2017 im NS-Dokumentationszentrum München (Foto: Orla Connolly)

Im Schuljahr 2016/2017 realisierte das NS-Dokumentationszentrum gemeinsam mit dem Verein „Spielen in der Stadt e.V.“ das kulturpädagogische Projekt „Stranger than...“.  Die Tanz- und Theaterpädagoginnen vom „Spielen in der Stadt e.V.“ erarbeiteten die Performance gemeinsam mit 22 Schülerinnen und Schülern der Mittelschule an der Guardinistraße im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, die sich über ein Jahr lang mit der NS-Geschichte intensiv auseinandersetzten und deren Anregungen in die Performance aufgenommen wurden.

Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung standen die Themen Ausgrenzung und Toleranz. Bei einem Besuch der Dauerausstellung „München und der Nationalsozialismus“ und einem Stadtrundgang zur NS-Geschichte erfuhren die Schülerinnen und Schüler Näheres über die nationalsozialistische Vergangenheit der Stadt München und die Folgen der Diktatur. Das Seminar „Jugend im Nationalsozialismus“ brachte ihnen das Thema „Ausgrenzung“ näher und zwar anhand von Biografien von Jugendlichen aus München, die in der NS-Zeit ausgegrenzt, verfolgt und teilweise ermordet wurden. Besonders eindrucksvoll für die Schülerinnen und Schüler war ein Zeitzeugengespräch mit dem Überlebenden Ernst Grube. Ein Rundgang in der KZ-Gedenkstätte Dachau vertiefte noch einmal die thematische Auseinandersetzung.

Im Fokus der Projektarbeit standen die Situation und die Handlungsmöglichkeiten junger Menschen in der nationalsozialistischen Ausgrenzungsgesellschaft. Daraus leitete sich für die Jugendlichen ein Gegenwartsbezug ab: Was geht mich das heute noch an? Was ist Empathie? Was ist Respekt? Wann muss ich einschreiten? Oder ganz allgemein: Was kann ich tun? – Diese Fragen haben Eingang in die Tanz- und Theater-Performance gefunden, die im Mai 2017 im NS-Dokumentationszentrum Premiere hatte. Die eindrucksvolle Umsetzung des Projekts hat gezeigt, dass kulturpädagogische Methoden ein fruchtbarer Ansatz für die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sein können.

Die Theater- und Tanzperformance "Stranger than ...", 24.5.2017 im NS-Dokumentationszentrum München (Foto: Orla Connolly)


„Stranger than“ ist ein Projekt im Rahmen der Programmlinie CultureClouds, mit der der Verein
Spielen in der Stadt e.V. seit Jahren zusammen mit verschiedenen Münchner Partnerschulen und Akteuren der kulturellen Bildung an neuen Formen kultureller Ganztagsbildung arbeitet.

Die Fortsetzung des Projekts ist in Planung. Diesmal soll zusammen mit Schülerinnen und Schülern eine Tanz- und Theaterperformance zum Thema Flucht und Vertreibung erarbeitet und im Rahmen des Tanz- und Theaterfestivals Rampenlichter 2019 im Theater schwere reiter aufgeführt werden.

München und der Nationalsozialismus
Der Katalog zur Ausstellung

Unseren Katalog zur Dauerausstellung "München und der Nationalsozialismus" erhalten Sie im Buchshop des NS-Dokumentationszentrums oder im Buchhandel.

 

 

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